đź’µ Arbeitslosengeld nach Selbständigkeit đź’µ – aktuelle Regelungen 2019

Arbeitslosengeld nach Selbständigkeit

Hat man nach der Selbständigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld? Ist man als Selbständiger in irgendeiner Form vor der Arbeitslosigkeit geschützt? Wir haben die Infos.

Haben Selbständige Anspruch auf Arbeitslosengeld?

In erster Linie nicht. Denn der Versicherungsschutz Pflichtversicherung der gewerblichen Sozialversicherungsgesetz, kurz GSVG, beinhalten keine Arbeitslosenversicherung. Daher haben Selbständige nach dem gewerblichen Sozialversicherungsgesetzt keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Kann man als ehemalig Selbständiger Anspruch auf Arbeitslosengeld erheben?

Es gibt zwei Fälle, in denen Anspruch auf Arbeitslosengeld erhoben werden kann:

  1. Anspruch auf Arbeitslosengeld kann erhoben werden, wenn die selbständig erwerbstätige Person bereits Erwerbstätigkeit war. Das heißt: vor der Selbständigkeit muss die jeweilige Person als Arbeitnehmer in der ASVG- und arbeitslosenversicherungspflichtig erfasst worden sein.
  2. Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht auch, sofern nach dem 1.1.2009 eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen wurde.

Achtung: Gewerbeschein muss zurĂĽckgelegt bzw. ruhig gelegt werden

Wer Anspruch auf Arbeitslosengeld erheben möchte, muss die Gewerbeberechtigung für den Zeitraum des Anspruchs zurück- oder ruhiglegen.

Die Voraussetzung fĂĽr den Anspruch auf Arbeitslosengeld

Wer vor dem 1.1.2009 unselbständig und selbständig erwerbstätig war, behält den Anspruch auf Arbeitslosengeld. Dieser wurde durch die unselbständige Tätigkeit erworben.

Wer nach dem 1.1.2009 eine selbständige Tätigkeit in Angriff nahm, hat auch Anspruch auf Arbeitslosengeld. In diesem Fall muss vor der Selbständigkeit mindestens 5 Jahre einer unselbständigen Tätigkeit nachgegangen worden sein.

Freiwillige Arbeitslosenversicherung

Seit 1.1.2009 können Selbständige eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen. Auch hierfür gibt es bestimmte Fristen:

  • Wer vor dem 1.1.2009 seine Selbständigkeit begonnen hat, konnte ĂĽber das Jahr eine Eintrittserklärung (bis spätestens 31.12.2009) abgeben. Wurde dies getan gilt der Versicherungsschutz seit 1.1.2009.DarĂĽber hinaus konnte von 1.1.2018 bis zum 1.7.2018 die Arbeitslosenversicherung beantragt werden. Die nächste Chance fĂĽr einen Ein-oder Austritt in die Arbeitslosenversicherung besteht ab 1.1.2026.
  • Sollte die selbständige Tätigkeit nach dem 1.1.2009 begonnen worden sein, können sich Unternehmer innerhalb von 6 Monaten ab Verständigung durch die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft freiwillig arbeitslosenversichern lassen. Diese Anmeldungen werden durch das neue System erfasst.
Monatliche Zahlung 2019 Arbeitslosengeld pro Tag 2019
€   45,68 € 26,63
€ 182,70 € 42,39
€ 274,05 € 54,49
Quelle: WKO.at

Zuverdienst bei Arbeitslosigkeit

Das Arbeitslosengeld kann auch nach der selbständigen Tätigkeit aufgestockt werden. Der Zuverdienst darf aber die Geringfügigkeitsgrenze von monatlich 349,01 Euro nicht überschreiten.

Achtung: Durch das zusätzliche Einkommen darf keine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung begründet sein.

Zuverdienst zum Arbeitslosengeld möglich?

Ebenfalls zu beachten ist, dass bei einem Zuverdienst durch eine etwaige selbständige Tätigkeit ein Einkommenssteuerbescheid bzw. Umsatzsteuerbescheid fällig wird. Dieser ist monatlich abzugeben. Sobald dieser eingereicht wurde, werden die jeweiligen Angaben und Voraussetzungen noch einmal geprüft.

Achtung: Bei der Überprüfung werden die Einkünfte des gesamten Jahres hinzugezogen und analysiert. Übersteigt Ihr Einkommen den Monatsdurchschnitt werden Rückzahlungen fällig. Vice versa kann es aber auch zu Nachzahlungen durch das AMS kommen.

Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz
Michael ist Co-Founder und CEO von everbill. Als Gründer und Geschäftsführer hat er über die Jahre viel Erfahrung gesammelt. Expertise, die er im everbill Magazin weitergibt, um Ihnen den Business-Alltag zu erleichtern.

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