GmbH – Vor- und Nachteile der Rechtsform 

GmbH

Wenn du darüber nachdenkst, dich selbständig zu machen, ist es wichtig, bestimmte Schritte und Maßnahmen zu befolgen, um den Erfolg deines Unternehmens zu sichern. Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) als Rechtsform weist unterschiedliche Vor- und Nachteile für Unternehmer*innen auf. Welche das sind und was eine GmbH auszeichnet, kannst du im folgenden Beitrag nachlesen. 

Was ist eine GmbH?

Die GmbH als Rechtsform ist eine Art der Kapitalgesellschaft und zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften. Eine GmbH kann von einem (Ein-Personen-GmbH – Gesellschafter*in ist dabei gleichzeitig der/die Geschäftsführer*in) oder mehreren Gesellschaftern geführt werden. Diese Gesellschafter können natürliche oder juristische Personen sein (z. B. Vereine oder Aktiengesellschaften) und können auch im Ausland wohnhaft sein.  

Die GmbH ist eine juristische Person, das heißt, sie kann Verbindlichkeiten eingehen, Verträge abschließen, hat Rechte und Pflichten, kann klagen und verklagt werden. Um eine GmbH zu gründen, ist ein Stammkapital von 10000€ notwendig, von dem die Hälfte bei der Gründung bar eingezahlt werden muss und das als Gesellschaftsvermögen zur Haftung dient. Ein Gesellschaftsvertrag, der notariell beurkundet wurde und in dem zum Beispiel Firma und Sitz der Gesellschaft, Gegenstand des Unternehmens, Höhe des Stammkapitals, Betrag der von jedem Gesellschafter auf das Stammkapital zu leistenden Einlage (Stammeinlage) dokumentiert wird, ist zur Gründung notwendig. Geschäftsführer müssen bestellt werden, die den Eintrag ins Firmenbuch vornehmen und die GmbH nach außen hin vertreten. 

So gut wie jedes Business kann als GmbH gegründet werden, egal ob Softwareentwicklung, Kosmetikladen oder Werbeagentur. Für Tätigkeiten, die der Gewerbeordnung unterliegen, muss ein auf die GmbH lautender Gewerbeschein erworben werden. 

Vor- und Nachteile einer GmbH 

Ob du nun eine GmbH gründest oder nicht, sollte gut überlegt sein.

Folgende Vorteile gehen damit einher: 
  • Beschränkte Haftung: Wohl der Grund, warum die meisten eine GmbH gründen, ist die beschränkte Haftung. Das Privatvermögen der Gründer wird keinem Risiko ausgesetzt. Allerdings gibt es hier Ausnahmen. Wenn du beispielsweise als Geschäftsführer deine Sorgfaltspflichten verletzt, haftest du trotzdem. Auch Banken fordern oft eine private Haftung bei der Vergabe von Krediten, da ihnen das Stammkapital, mit dem gehaftet wird, zu niedrig sein kann. 
  • International angesehen: mit einer GmbH wirkst du auf dem internationalen Markt vertrauenswürdig. Auch Finanz- und Versicherungsdienstleister willigen eher ein, mit dir Geschäfte zu machen. 
  • Steuerliche Vorteile: wenn der Gewinn nicht ausgeschüttet, sondern in die GmbH investiert wird, wird dieser lediglich mit einer Körperschaftsteuer von 25% versteuert, was im Vergleich zu einem Einzelunternehmen, das die Einkommenssteuer abtreten muss, große Vorteile bringen kann. 
  • Fremdgeschäftsführer: es besteht die Möglichkeit, einen Geschäftsführer zu bestellen, der kein Gesellschafter ist und daher keine Stammeinlage beisteuert. Auf diese Weise kann jemand herangezogen werden, der sich aufgrund seiner spezifischen Kenntnisse sehr gut für diesen Job eignet. 
  • Flexibilität: die GmbH ermöglicht bis zu einem bestimmten Grad Flexibilität, so besteht zum Beispiel bei der Erstellung des Gesellschaftsvertrages eine gewisse Gestaltungsfreiheit. Auch sind der Wechsel von Gesellschaftern und die Unternehmensnachfolge keine komplizierten Angelegenheiten. 
  • Flexibilität bei der Gründung: Eine GmbH kann sowohl von einer als auch mehreren Personen gegründet werden, die nicht alle im selben Land wohnhaft sein müssen. Auf diese Weise kann die GmbH auch ein internationales Unternehmen werden.  
Folgende Nachteile sind mit der Gründung einer GmbH verbunden: 
  • Hohes Startkapital erforderlich: das Stammkapital von 10.000€, das bei der Gründung erforderlich ist, kann zum Hindernis für Unternehmer*innen werden, die keine Ersparnisse auf der Seite haben. Allerdings kann stattdessen mit Sachvermögen gehaftet werden. Auch der Traum vieler Gründer, mit 10.000€ Startkapital bei der Gründung unterstützt zu werden, ist möglich. 
  • Hohe Kosten: neben dem Stammkapital fallen hohe Kosten für Notarleistungen, Anwalt oder Buchhaltung an. 
  • Hohe Steuern bei Gewinnausschüttung: wenn Gewinn ausgeschüttet wird, wird dieser sehr hoch mit einer Körperschaftsteuer (25%) und Kapitalertragssteuer (27,5%) versteuert. Gewinnfreibetrag kann keiner geltend gemacht werden. 
  • Hoher administrativer Aufwand: GmbHs sind zur doppelten Buchführung und Erstellung einer Bilanz verpflichtet, was natürlich mit mehr Arbeit einhergeht als eine einfache Einnahmen-Ausgaben Rechnung. Auch bei der Gründung fällt bereits einiges an Aufwand an, wie zum Beispiel der Gesellschaftsvertrag, der vom Notar beurkundet werden muss. 
  • Strikte Trennung von Gesellschafter- und Gesellschaftsvermögen: Gewinn wird ausgeschüttet, in der Regel abhängig vom Verhältnis der Geschäftsanteile. Das bedeutet, Gesellschafter können nicht einfach ohne weiteres Geld von ihrem Geschäftskonto abheben, da sonst der Verdacht auf verdeckte Gewinnausschüttung aufkommen könnte, der rechtliche Folgen nach sich ziehen würde. 

Alternative zur GmbH 

Ob die GmbH die richtige Rechtsform für die Unternehmensgründung ist, muss individuell entschieden werden, da eine Reihe von verschiedenen Faktoren berücksichtigt werden müssen. Eine Alternative zur GmbH ist die UG oder Mini-GmbH, wenn die finanziellen Ressourcen nicht ausreichen, um das Stammkapital aufzubringen. Bei der UG, die auch mit beschränkter Haftung und auch sonst mit den gleichen Rechten und Pflichten einhergeht, reicht theoretisch ein Stammkapital von 1€. 

Ein Nachteil der UG kann sein, dass die Annahme getroffen wird, dass das Unternehmen kein großes Budget hat und daher auch die Vertrauenswürdigkeit nicht groß eingeschätzt wird. Allerdings ist eine UG gesetzlich verpflichtet, 25% des Jahresgewinns in das Stammkapital zu überführen, um es so Jahr für Jahr zu erhöhen. Auf diese Weise kann, sobald das Stammkapital die notwendige Höhe erreicht hat, die UG ohne großen Aufwand in eine GmbH umgewandelt werden. 

Theres Preißler
Theres Preißler
Theres Preißler
Theres hat Anthropologie studiert und ist seit ihrer Kindheit leidenschaftliche Texterin. Während sie als Mädchen Pferdegeschichten schrieb, nutzt sie ihre Kreativität und Know-How heute, um der everbill Community wertvollen Content zu bieten. Egal ob es um Tipps & Tricks bezüglich Finanzen, Gründung oder Recht geht, sie gibt ihr für Unternehmer interessantes Wissen in Form von informativen Beiträgen weiter.

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