Unternehmen scheitern an den Unternehmern

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Viele träumen von der Selbständigkeit. Davon, endlich die einengenden Strukturen hinter sich zu lassen, der eigene Chef zu sein und ihre Ideen gewinnbringend umzusetzen. Und dann ist Sie da, die eine Idee mit der es klappen soll. Aber Achtung: Eine gute Idee alleine reicht nicht. Wir zeigen Ihnen, warum Unternehmen scheitern und wie Sie es besser machen können.

5 Gründe warum Unternehmen scheitern:

  1. Überschätzen des eigenen Produkts / der eigenen Fähigkeiten
  2. Zu geringe Nachfrage für das Produkt
  3. Der Markt wurde schlecht analysiert
  4. Kein oder zu wenig Profit
  5. Schlechte Unternehmensführung

Unternehmensgründer sind arrogant

Welcher Gründer denkt vor Projektrelease nicht, dass seine Idee einzigartig auf dem Markt ist? In 95% der Fälle ist es die Arroganz, die zu dieser täuschenden Annahme führt. Nach einiger Zeit stellt man fest, dass doch mehr Konkurrenz am Markt ist, als angenommen. Das bedeutet mehr Kosten, mehr Arbeit und damit verbunden – mehr Angst um die eigene Existenz.

Arroganz ist laut “the Entrepreneur Mind” viel mehr ein Effekt als ein Grund für das Scheitern eines Unternehmens, Startups oder Projekts.

Vor Kurzem wurde festgestellt, dass bei der Ideenfindung durch das Extensionsgedächtnis des Menschen und der Aktivierung des Motivationssystems, Botenstoffe freigesetzt werden, die einen Menschen sozusagen in einen “Rausch der Ideen” versetzen. Typisch für diesen Rausch: übersteigertes Selbstbewusstsein, “Kritiktaubheit” und verstärkte Handlungsimpulse. Merkmale, die von der Außenwelt leicht als “Arroganz” empfunden werden können. Das größte Problem dabei ist, dass die Idee oft gar nicht so gut ist, wie man denkt. Doch die vermeintliche “Arroganz” wehrt jegliche Kritik umgehend ab, bzw. reagiert man darauf emotionaler als sonst.

Die Nachfrage existiert nicht.

Dieser Punkt ist etwas differenzierter zu sehen. Denn wer weiß in der heutigen Gesellschaft schon, was wirklich gebraucht wird? Gerade am App-Markt ist es kaum nachvollziehbar. Oder kennen Sie jemanden, der vor etwa einem Jahr gesagt hat, “ich brauche unbedingt eine App, mit der ich Fotos verschicken kann, die aber nur für ein paar Sekunden angezeigt werden?“ Nein?! Dennoch wurde Snapchat ein Angebot über ca. 3 Mrd. Dollar (Quelle) vorgelegt.

Der Markt wurde schlecht analysiert.

Entweder ist die Konkurrenz zu stark, die Zielgruppe sträubt sich gegen das Produkt oder der Markt ist zu klein und dessen Einstieg mit Hürden versehen: Es gibt viele Gründe, warum Unternehmen scheitern – oft sind diese selbst für Markenprofis unerklärlich. Bestes Beispiel hierfür ist das Unternehmen “Segway”. Das Nischenprodukt hatte alles, was für einen Markterfolg sprach: Smart, praktisch und einzigartig – dennoch kam es unter die Räder. Denn Segway schaffte es nicht, noch vor Markteintritt eine Fancommunity zu schaffen bzw. die Nische dahin gehend zu präparieren.

Der Profit bleibt aus.

Wie lange darf man als Unternehmen auf Profit warten? Wann ist es Zeit, die Segel zu streichen?

Ein Beispiel: Das Online-Textilversandhaus „Zalando“. Das ehemalige Startup hat sich zu Europas größtem Online-Modehändler gemausert. Eindrucksvoll wurde bewiesen, dass die Onlinetextilbranche ein zukunftsträchtiger Markt ist. Seit knapp über einem Jahr präsentierte das Unternehmen regelmäßig Gewinne, die einen Anstieg der Umsätze beinhalten. Zuletzt scheint sich die Gewichtung allerdings wieder zu verschieben und Investitionen den Gewinn zu schmälern. Hauptaugenmerk liegt auf dem Wachstum, weniger auf Gewinnmaximierung.

Laut Handelsblatt hat Zalando im dritten Quartal kaum etwas verdient. Der bereinigte Vorsteuergewinn (Ebit) lag somit bei 0,4 Millionen Euro. Die Marge sank damit auf 0,0 Prozent. Weiters:

In den ersten neun Monaten 2017

  • belief sich der Investitionsaufwand für Zalando – ohne Unternehmenszukäufe – auf 175,6 Millionen Euro,
  • für das Gesamtjahr sollten Ausgaben in Höhe von rund 250 Millionen Euro folgen.

Bei der Profitplanung lässt es sich also streiten. Was aber klar ist: Profit ist DER Gradmesser für Ihren Unternehmenserfolg. Analysieren Sie deswegen Ihre Nutzerzahlen genau, beobachten Sie die Konkurrenz und führen Sie Ihre Stärken, Schwächen sowie Chancen auf. Beachten Sie dabei, dass der Markt sich ändert, genau wie die Bedürfnisse der Zielgruppe. Machen Sie sich dabei eines klar: Scheitern ist erlaubt – nur sollte Ihre Existenz davon nicht bedroht werden. “Fail early and cheap” lautet hier das Motto.

Schlechte Unternehmensführung lässt Unternehmen scheitern

Nur weil man sein eigenes Unternehmen gestartet hat, heißt das nicht, dass man den ganzen Tag der eigenen Leidenschaft folgen kann. Abhängig von der Idee und der Größe des eigenen Vorhabens sowie des daraus entstandenen Unternehmens, sieht man sich als Unternehmensführer viel mit administrativen Aufgaben konfrontiert.

Das bedeutet: Rechnungsführung, Mahnwesen, Kundenkontakte schüren, Networken, Unternehmensverwaltung, Kalkulation, und, und, und. Nur wer diese Aufgaben dauerhaft zu erfüllen weiß, wird auch langfristig am Markt erfolgreich sein.

Schön visualisiert wurden die Gründe, warum Unternehmen – und vor allem Startups – scheitern im Blog adioma.com.

Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Der Salzburger Dominik Stelzig lebt inzwischen in Wien, ist Buchautor sowie Werbetexter und Creative Director. Für das everbill Marketing ist ihm eines klar: Egal ob digital oder handgeschrieben – Worte machen nur Sinn, wenn Taten folgen.

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