SVS Beitragssätze 2026: EPU-Mindestbeitrag + Berechnung

everbill SVS Beiträge EPU Österreich 2026 Sozialversicherung Selbständige

Als EPU (Einzelpersonenunternehmen) bist du bei der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) pflichtversichert — unabhängig vom Einkommen. Die SVS-Beiträge sind neben der Einkommensteuer die wichtigste Fixkosten-Position. Rechtsgrundlage ist das GSVG (Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz).

Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sind die größte Betriebsgruppe Österreichs — wie viele EPU es in Österreich gibt, zeigt die aktuelle Statistik.

2026 zahlst du als EPU einen Mindestbeitrag von rund 160,81 EUR pro Monat. Achtung — eine häufige Verwechslung: Die oft genannten 551,10 EUR sind die Mindestbeitragsgrundlage (die Bemessungsbasis), nicht der Betrag, den du überweist. Auf diese Basis werden die Beitragssätze angewendet. Wer mehr verdient, zahlt entsprechend mehr — bis zur Höchstbeitragsgrundlage.

Die SVS-Beitragssätze 2026 im Überblick

Die monatlichen Beiträge setzen sich aus vier Zweigen zusammen. Die folgende Tabelle zeigt den Satz und den daraus resultierenden Mindestbeitrag (berechnet auf die Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 EUR):

Versicherungszweig Beitragssatz 2026 Mindestbeitrag/Monat Rechtsgrundlage
Pensionsversicherung (PV) 18,5 % 101,95 EUR § 27 GSVG
Krankenversicherung (KV) 6,8 % 37,48 EUR § 27 GSVG
Selbstständigenvorsorge 1,53 % 8,43 EUR BMSVG
Unfallversicherung (Fixbetrag) fix 12,95 EUR GSVG
Mindestbeitrag gesamt ≈ 27 % + Fix 160,81 EUR

Quelle: WKO — Gewerbliche Sozialversicherungsbeiträge (Ausmaß). Die genaue Beitragsgrundlage ergibt sich aus dem Einkommensteuerbescheid (steuerlicher Gewinn plus vorgeschriebene SVS-Beiträge), die SVS schreibt zunächst vorläufig vor und bemisst nach.

Mindest- und Höchstbeitragsgrundlage 2026

Die Beitragsgrundlage hat eine Unter- und eine Obergrenze. Innerhalb dieser Spanne ist dein Beitrag einkommensabhängig:

Beitragsgrundlage 2026 Monatlich Jährlich
Mindestbeitragsgrundlage 551,10 EUR 6.613,20 EUR
Höchstbeitragsgrundlage 8.085,00 EUR 97.020,00 EUR

Auch wenn dein Gewinn unter 551,10 EUR pro Monat liegt, zahlst du den Mindestbeitrag — darunter fällst du nicht. Wer als EPU nebenbei angestellt ist oder eine Pension bezieht, kann unter Umständen eine Ausnahme von der Kranken- oder Pensionsversicherung beantragen (Mehrfachversicherung). Details direkt bei der SVS.

Neugründer-Regelung: Was in den ersten 2 Jahren gilt

Für neu gegründete Einzelunternehmen erfolgt in den ersten beiden Kalenderjahren eine vorläufige Beitragsvorschreibung auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage. Der Mindestbeitrag bleibt dabei gleich (160,81 EUR/Monat) — der Unterschied liegt in der Nachbemessung:

  • Krankenversicherung: In den ersten 2 Kalenderjahren erfolgt keine Nachbemessung — der KV-Beitrag bleibt fix bei 37,48 EUR/Monat, auch wenn deine tatsächlichen Einkünfte höher sind. Das schafft Planungssicherheit.
  • Pensionsversicherung: Wird regulär nachbemessen. Liegen die tatsächlichen Einkünfte über 551,10 EUR/Monat, kommt es zur Nachbelastung von 18,5 % auf die Differenz zwischen Mindestbeitragsgrundlage und tatsächlichem Gewinn.

Die Neugründer-Regelung senkt also nicht den Beitrag, sondern verhindert eine KV-Nachzahlung in der Startphase. Weiterführend: WKO — Gewerbliche SV für Neugründer 2026.

SVS-Beiträge als Betriebsausgabe absetzen

Ein wichtiger Punkt für die Steuerplanung: Alle SVS-Beiträge sind als Betriebsausgabe abzugsfähig und reduzieren den steuerpflichtigen Gewinn — und damit die Einkommensteuer nach den ESt-Tarifstufen. Bei einem Grenzsteuersatz von 40 % bekommst du faktisch 40 % der SVS-Beiträge über die Einkommensteuer zurück. Voraussetzung: Du erfasst deine Ausgaben sauber in der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

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Häufige Fragen zu den SVS-Beiträgen

Wie hoch ist der SVS-Mindestbeitrag 2026?

Der monatliche Mindestbeitrag über alle Versicherungszweige liegt 2026 bei rund 160,81 EUR (PV 101,95 + KV 37,48 + Selbstständigenvorsorge 8,43 + UV 12,95). Die 551,10 EUR sind die Mindestbeitragsgrundlage (Bemessungsbasis), nicht die Zahlung.

Was ist der Unterschied zwischen Beitragsgrundlage und Beitrag?

Die Beitragsgrundlage (mindestens 551,10 EUR/Monat) ist die Basis, auf die die Beitragssätze angewendet werden. Der Beitrag ist der Betrag, den du tatsächlich zahlst — beim Minimum rund 160,81 EUR/Monat. Verwechsle die beiden nicht: 551,10 EUR ist nicht deine monatliche Zahlung.

Wie hoch ist die Höchstbeitragsgrundlage 2026?

Die Höchstbeitragsgrundlage liegt 2026 bei 8.085,00 EUR pro Monat (97.020,00 EUR pro Jahr). Über diesem Wert steigen deine SVS-Beiträge nicht weiter, egal wie hoch dein Gewinn ist.

Wann werden die SVS-Beiträge fällig?

SVS-Beiträge werden quartalsweise vorgeschrieben: 28.2., 31.5., 31.8. und 30.11. Die Nachbemessung erfolgt nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheides — Gutschrift oder Nachzahlung je nach tatsächlichem Gewinn.

Was bringt die Neugründer-Regelung?

In den ersten 2 Kalenderjahren wird die Krankenversicherung nicht nachbemessen (KV-Fixbeitrag 37,48 EUR/Monat bleibt), die Pensionsversicherung wird hingegen regulär nachbemessen. Der Mindestbeitrag von 160,81 EUR/Monat ändert sich dadurch nicht — du gewinnst Planungssicherheit bei der KV.

Sind SVS-Beiträge steuerlich absetzbar?

Ja. Alle Pflichtbeiträge zur SVS sind als Betriebsausgabe voll abzugsfähig und reduzieren den steuerpflichtigen Gewinn — und damit die Einkommensteuer.

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Stand: Juni 2026. Quellen: SVS, WKO. Beitragssätze und Beitragsgrundlagen werden jährlich angepasst.

Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz ist Gründer und Geschäftsführer von everbill, der Rechnungssoftware für österreichische Kleinunternehmer und KMU. Seit über einem Vierteljahrhundert beschäftigt er sich mit Rechnungslegung, Buchhaltung und Digitalisierung für Selbständige in Österreich. Im everbill Magazin teilt er praxisnahes Wissen zu Pflichtangaben, Umsatzsteuer und E/A-Rechnung — verständlich aufbereitet für Unternehmer, die sich aufs Kerngeschäft konzentrieren wollen.

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