Kontenplan Österreich 2026: EKR & Aufbau für Kleinunternehmer

Kontenplan für Kleinunternehmer — everbill 2026

Ein Kontenplan ist die Liste aller Konten, die ein Unternehmen tatsächlich verwendet — abgeleitet vom Kontenrahmen, einem standardisierten Vorlagen-Schema. In Österreich ist das der Einheitskontenrahmen (EKR) der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer: 10 Kontenklassen von 0 bis 9, aus denen sich jedes Unternehmen die für sich relevanten Konten heraussucht. Als EPU oder Kleinunternehmer brauchst du dabei meist nur einen kleinen Ausschnitt davon.

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Kontenplan oder Kontenrahmen — was ist der Unterschied?

Beide Begriffe fallen im Alltag oft in einen Topf, meinen aber nicht dasselbe:

  • Kontenrahmen ist die branchenübergreifende Vorlage — in Österreich der Einheitskontenrahmen (EKR), herausgegeben als Fachgutachten KFS/BW 6 der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW).
  • Kontenplan ist die konkrete Auswahl aus dieser Vorlage, die dein Unternehmen tatsächlich nutzt — meist nur ein Bruchteil der im EKR verfügbaren Konten.

Der österreichische Einheitskontenrahmen (EKR) im Überblick

Der EKR gliedert sich in 10 Kontenklassen. Die Klassen 0–3 bilden die Bilanz ab (Bestandskonten), die Klassen 4–8 die Gewinn- und Verlustrechnung (Erfolgskonten), Klasse 9 dient der Eröffnung und dem Abschluss:

Klasse Bezeichnung
0 Anlagevermögen (Gebäude, Maschinen, Finanzanlagen)
1 Vorräte (Rohstoffe, Waren, Erzeugnisse)
2 Forderungen und sonstiges Umlaufvermögen (Kundenforderungen, Bank, Kassa)
3 Verbindlichkeiten und Rückstellungen (Lieferanten, Kredite, USt-Zahllast)
4 Erträge (Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge)
5 Materialaufwand und bezogene Leistungen
6 Personalaufwand (Löhne, Gehälter, Lohnnebenkosten)
7 Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen
8 Finanzerträge und Finanzaufwendungen
9 Eigenkapital, Rücklagen, Eröffnungs- und Abschlusskonten

Jede Klasse ist weiter in zweistellige Kontengruppen und dreistellige Einzelkonten unterteilt. Die vollständige, maßgebliche Fassung veröffentlicht die KSW als anerkannte Fachempfehlung Fachgutachten KFS/BW 6.

Brauchst du als Kleinunternehmer wirklich den vollen Kontenplan?

Das kommt auf deine Rechtsform und Gewinnermittlungsart an. Führst du als EPU oder Kleinunternehmer eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, brauchst du keinen vollständigen, doppisch geführten Kontenplan — es reicht eine übersichtliche Kategorisierung deiner Einnahmen und Ausgaben. Der komplette EKR mit allen Bestands- und Abschlusskonten ist vor allem für bilanzierende Betriebe und GmbHs relevant, die doppelte Buchführung betreiben (müssen).

Arbeitest du bereits mit einer Steuerberatung zusammen oder bereitest du Unterlagen für eine bilanzierende GmbH vor, orientiert sich die laufende Erfassung trotzdem am EKR-Schema — damit die Übergabe an die Steuerberatung (etwa per BMD- oder RZL-Export) reibungslos funktioniert.

Ein vereinfachter Kontenplan für EPU und Kleinbetriebe

Für die tägliche Praxis reicht meist eine überschaubare Auswahl an Kategorien, angelehnt an die EKR-Struktur:

  • Einnahmen: Umsatzerlöse (Klasse 4), aufgeteilt nach Leistungsart oder Kundengruppe
  • Wareneinsatz / Fremdleistungen: eingekaufte Waren oder zugekaufte Leistungen (Klasse 5)
  • Personalkosten: falls Mitarbeiter beschäftigt werden (Klasse 6)
  • Betriebsausgaben: Miete, Versicherungen, Büromaterial, Marketing (Klasse 7)
  • Bank und Kassa: deine Zahlungsmittel-Konten (Klasse 2)

Diese fünf Gruppen decken bei den meisten EPU und Kleinbetrieben den Großteil der laufenden Buchungen ab, ohne dass du dich durch alle 10 Kontenklassen des EKR arbeiten musst.

Kategorien statt Kontennummern

Statt dich in EKR-Kontennummern einzuarbeiten, ordnest du in everbill jede Ausgabe direkt einer verständlichen Kategorie zu — ideal für deine laufende Buchhaltung.

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Wie ein Buchungssatz auf deinem Kontenplan aufbaut

Jede Geschäftsbuchung berührt mindestens zwei Konten aus deinem Kontenplan — ein Konto wird belastet (Soll), eines erhält den Betrag (Haben). Kaufst du zum Beispiel Büromaterial gegen Barzahlung, bebuchst du das Aufwandskonto „Büromaterial“ (Klasse 7) im Soll und das Konto „Kassa“ (Klasse 2) im Haben. Wie sich solche Buchungssätze systematisch bilden lassen, erklärt unser Beitrag Buchungssätze bilden.

Häufige Fragen zum Kontenplan

Was ist der Unterschied zwischen Kontenplan und Kontenrahmen?

Der Kontenrahmen ist die branchenübergreifende Vorlage (in Österreich der Einheitskontenrahmen, EKR). Der Kontenplan ist die konkrete Auswahl daraus, die dein Unternehmen tatsächlich verwendet.

Muss ich als EPU einen Kontenplan führen?

Bei einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist kein vollständiger, doppisch geführter Kontenplan vorgeschrieben — eine übersichtliche Kategorisierung deiner Einnahmen und Ausgaben reicht. Der vollständige EKR wird vor allem für bilanzierende Betriebe relevant.

Wie viele Kontenklassen hat der österreichische Einheitskontenrahmen?

10 Kontenklassen, nummeriert von 0 bis 9. Die Klassen 0 bis 3 bilden die Bilanz ab, die Klassen 4 bis 8 die Gewinn- und Verlustrechnung, Klasse 9 dient der Eröffnung und dem Abschluss.

Woher stammt der österreichische Einheitskontenrahmen?

Er wird als Fachgutachten (KFS/BW 6) von der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) veröffentlicht und ist der in Österreich gebräuchliche Standard für Kontenpläne.

Weiterführende Artikel

Alle wichtigen Themen rund um Buchhaltung und Steuern für österreichische Unternehmen findest du in unserem Ratgeber Buchhaltung & Steuern in Österreich.

Stand: August 2026.

Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz ist Gründer und Geschäftsführer von everbill, der Rechnungssoftware für österreichische Kleinunternehmer und KMU. Seit über einem Vierteljahrhundert beschäftigt er sich mit Rechnungslegung, Buchhaltung und Digitalisierung für Selbständige in Österreich. Im everbill Magazin teilt er praxisnahes Wissen zu Pflichtangaben, Umsatzsteuer und E/A-Rechnung — verständlich aufbereitet für Unternehmer, die sich aufs Kerngeschäft konzentrieren wollen.

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