Fahrtenbuch Österreich 2026: Muster mit Pflichtangaben

Das Fahrtenbuch ist in Österreich die Grundlage, um Kilometergeld steuerlich geltend zu machen oder den Privatanteil eines Firmenwagens nachzuweisen. Seit 2024 beträgt das amtliche Kilometergeld 0,50 EUR pro Kilometer (PKW, max. 30.000 km/Jahr). In diesem Ratgeber findest du ein Fahrtenbuch-Muster mit allen Pflichtangaben, die das Finanzamt verlangt — plus den aktuellen Vergleich Kilometergeld vs. Sachbezug vs. tatsächliche Kosten.


Wie hoch ist das Kilometergeld in Österreich 2026?

Das amtliche Kilometergeld wurde zuletzt mit BGBl. II Nr. 289/2024 angepasst und gilt unverändert für 2026:

Fahrzeugtyp Kilometergeld (EUR/km) Maximale km/Jahr
PKW 0,50 30.000 km
Mitfahrer (pro Person) +0,05 30.000 km
Motorrad / Moped 0,25 (seit 1.7.2025; davor: 0,50) 30.000 km
Fahrrad / E-Bike 0,25 (seit 1.7.2025; davor: 0,50) 3.000 km

Wichtig: Das Kilometergeld deckt alle Fahrzeugkosten ab — Treibstoff, Versicherung, Reparatur, Abschreibung. Zusätzliche KFZ-Kosten können nicht geltend gemacht werden, wenn du das Kilometergeld nutzt.


Was muss in einem Fahrtenbuch stehen? (Pflichtfelder)

Damit das Finanzamt dein Fahrtenbuch akzeptiert, müssen folgende Angaben lückenlos und zeitnah eingetragen werden:

Pflichtfeld Beispiel Hinweis
Datum 16.04.2026 Jede Fahrt einzeln
Abfahrtsort Musterstraße 1, 1010 Wien Vollständige Adresse
Zielort Hauptplatz 5, 4020 Linz Vollständige Adresse
Kilometerstand (Start) 45.230 km Vom Tacho
Kilometerstand (Ende) 45.412 km Vom Tacho
Gefahrene Kilometer 182 km Differenz
Zweck der Fahrt Kundentermin Fa. Müller GmbH Konkret — Name/Firma angeben!
Privat/Dienstlich Dienstlich Bei Privatfahrten: nur km, kein Zweck nötig

Häufiger Fehler: „Kundentermin“ ohne Namen des Geschäftspartners reicht dem Finanzamt nicht. Gib immer den konkreten Namen oder die Firma an.

Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten

Mit everbill erfasst du Belege, Einnahmen und Ausgaben übersichtlich — die ideale Grundlage für deine Steuererklärung beim Steuerberater.

14 Tage gratis testen →


Kilometergeld vs. Sachbezug vs. tatsächliche Kosten — was lohnt sich?

In Österreich hast du drei Möglichkeiten, Fahrtkosten steuerlich abzusetzen. Die richtige Wahl hängt von deiner Situation ab:

Methode Für wen? Vorteile Nachteile
Kilometergeld (0,50 EUR/km) Selbständige + Dienstnehmer mit Privatfahrzeug Einfach, kein Fahrtenbuch für Pauschale nötig, pauschal anerkannt Max. 30.000 km/Jahr, kein Vorsteuerabzug
Sachbezug (Firmenwagen) Dienstnehmer mit Firmen-PKW Dienstgeber trägt Kosten, E-Auto: 0 EUR Sachbezug Lohnsteuer auf Sachbezugswert, Fahrtenbuch empfohlen
Tatsächliche Kosten Selbständige mit hoher Fahrleistung Kann höher sein als KM-Geld, Vorsteuer auf echte Belege Fahrtenbuch zwingend, aufwendige Dokumentation

Sachbezug Firmenwagen 2026 — die aktuellen Werte

CO2-Ausstoß (WLTP) Sachbezug/Monat Deckel/Monat Basis
Bis 126 g/km (Erstzulassung ab 2025) 1,5 % der Anschaffungskosten Max. 720 EUR Neupreis inkl. Sonderausstattung, NoVA, USt
Über 126 g/km 2,0 % der Anschaffungskosten Max. 960 EUR Neupreis inkl. Sonderausstattung, NoVA, USt
Elektrofahrzeug 0 EUR Kein Sachbezug

Halber Sachbezug: Wenn du den Firmenwagen nachweislich max. 500 km/Monat privat nutzt, reduziert sich der Sachbezug auf die Hälfte (0,75 % bzw. 1 %). Dafür brauchst du ein Fahrtenbuch.


Akzeptiert das Finanzamt eine Fahrtenbuch-App?

Ja — das österreichische Finanzamt akzeptiert elektronische Fahrtenbücher und Apps, wenn sie folgende Anforderungen erfüllen:

  • Lückenlos: Alle Fahrten (dienstlich + privat) müssen erfasst sein
  • Zeitnah: Einträge müssen zeitnah zur Fahrt erfolgen — nicht erst am Monatsende
  • Manipulationssicher: Änderungen müssen protokolliert werden (Änderungshistorie)
  • Exportfähig: Daten müssen für eine Betriebsprüfung exportierbar sein

Es gibt keine offizielle BMF-Zertifizierung für bestimmte Apps. GPS-basierte Lösungen (z. B. Driversnote, TripBook) werden grundsätzlich anerkannt, die Prüfung erfolgt aber im Einzelfall.

Achtung: Nachträglich erstellte oder nachbearbeitete Einträge führen bei einer Betriebsprüfung zur Verwerfung des gesamten Fahrtenbuchs — das Finanzamt schätzt dann den Privatanteil.


Wie lange muss ein Fahrtenbuch aufbewahrt werden?

Nach § 132 BAO beträgt die Aufbewahrungspflicht 7 Jahre ab Ende des Kalenderjahres der letzten Eintragung. Das gilt sowohl für Papier-Fahrtenbücher als auch für elektronische Dateien (Export als PDF oder CSV sicherstellen!).


Worauf achtet das Finanzamt bei einer Prüfung?

Bei einer Betriebsprüfung wird das Fahrtenbuch besonders genau kontrolliert. Typische Prüfpunkte und Fallen:

Prüfpunkt Was wird kontrolliert? Häufiger Fehler
Kilometerstand Abgleich mit Tankquittungen, Werkstattrechnungen KM-Stand stimmt nicht mit Belegen überein
Fahrtzweck Konkreter Geschäftspartner, nicht nur „Kundentermin“ Zu vage Angaben
Lücken Fehlende Einträge zwischen zwei Fahrten Privatfahrten „vergessen“
Konsistenz Fahrtenbuch vs. Kalender, Parktickets, Kreditkarte Widersprüche zwischen Quellen
Nachträgliche Einträge Identische Tinte, fehlende Korrekturen (Papier) Komplettes Fahrtenbuch auf einmal geschrieben

Konsequenz bei Verwerfung: Das Finanzamt schätzt den Privatanteil — in der Regel 20–40 % — und es droht ein Finanzstrafverfahren wegen unrichtiger Angaben.


Kann ich Pendlerpauschale und Kilometergeld gleichzeitig nutzen?

Nein — nicht für dieselbe Strecke. Die Pendlerpauschale gilt für den täglichen Arbeitsweg (Wohnung → Arbeitsstätte). Das Kilometergeld gilt ausschließlich für Dienstreisen (Fahrten im Auftrag des Arbeitgebers zu Kunden, Meetings etc.).

Ausnahme: Fahrten zwischen mehreren Arbeitsstätten können als Dienstreise gelten — aber nur für den „Umweg“ über den normalen Pendelweg hinaus.


Gibt es Vorsteuerabzug auf Kilometergeld?

Nein. Auf das pauschal ausbezahlte Kilometergeld gibt es keinen Vorsteuerabzug — weder für Unternehmer noch für Dienstnehmer. PKW sind generell vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen (§ 12 Abs. 2 UStG). Vorsteuer ist nur auf echte Rechnungen (Taxi, Bahn, Mietwagen) abziehbar.

Kostenloses Fahrtenbuch-Muster (PDF)

Trage deine E-Mail-Adresse ein und erhalte das Fahrtenbuch-Muster sofort per E-Mail.

Kein Spam. Deine Vorlage kommt sofort. Jederzeit abmeldbar.


Belege digital erfassen und dem Steuerberater übergeben

everbill hilft dir, Einnahmen und Ausgaben sauber zu kategorisieren — inklusive BMD/RZL-Export für deinen Steuerberater.

14 Tage gratis testen →


Häufige Fragen zum Fahrtenbuch und Kilometergeld

Wie hoch ist das Kilometergeld 2026 in Österreich?

Das amtliche Kilometergeld beträgt 0,50 EUR pro Kilometer für PKW (max. 30.000 km/Jahr), 0,25 EUR/km für Motorrad/Moped (max. 30.000 km) und 0,25 EUR/km für Fahrrad/E-Bike (max. 3.000 km). Rechtsgrundlage: BGBl. II Nr. 289/2024.

Muss ich als Kleinunternehmer ein Fahrtenbuch führen?

Nicht zwingend — wenn du das pauschale Kilometergeld (0,50 EUR/km) nutzt, reicht eine Aufstellung der Dienstreisen. Nur bei der Methode „tatsächliche Kosten“ oder wenn du den Privatanteil eines Firmenwagens nachweisen willst, ist ein vollständiges Fahrtenbuch Pflicht.

Was passiert, wenn mein Fahrtenbuch Lücken hat?

Das Finanzamt kann das gesamte Fahrtenbuch verwerfen und den Privatanteil schätzen (typisch 20–40 %). Im schlimmsten Fall droht ein Finanzstrafverfahren. Führe das Fahrtenbuch daher lückenlos und zeitnah.

Kann ich ein Fahrtenbuch nachträglich erstellen?

Nein — ein nachträglich erstelltes Fahrtenbuch wird vom Finanzamt nicht anerkannt. Einträge müssen zeitnah (am besten am selben Tag) erfolgen. Nachträgliche Einträge sind bei Papier an identischer Tinte erkennbar, bei Apps am Zeitstempel.

Welche Fahrtenbuch-App ist in Österreich anerkannt?

Es gibt keine offizielle BMF-Zertifizierung. GPS-basierte Apps wie Driversnote oder TripBook werden grundsätzlich akzeptiert, wenn sie lückenlos, zeitnah, manipulationssicher und exportfähig sind. Die Anerkennung erfolgt im Einzelfall bei der Betriebsprüfung.

Was ist günstiger — Kilometergeld oder Sachbezug?

Das hängt von der Fahrleistung ab. Bei wenigen Dienstfahrten mit dem Privat-PKW ist das Kilometergeld (0,50 EUR/km) einfacher. Bei häufiger Nutzung eines Firmenwagens kann der Sachbezug steuerlich günstiger sein — besonders bei Elektrofahrzeugen (Sachbezug 0 EUR).

Wie lange muss ich mein Fahrtenbuch aufbewahren?

7 Jahre ab Ende des Kalenderjahres der letzten Eintragung (§ 132 BAO). Das gilt für Papier- und elektronische Fahrtenbücher gleichermaßen.

Kann ich Pendlerpauschale und Kilometergeld gleichzeitig bekommen?

Nicht für dieselbe Strecke. Die Pendlerpauschale gilt für den Arbeitsweg (Wohnung → Arbeitsstätte), das Kilometergeld für Dienstreisen. Eine Kombination ist nur bei Fahrten zwischen verschiedenen Arbeitsstätten möglich.

Gibt es Vorsteuerabzug auf Kilometergeld?

Nein. PKW sind in Österreich generell vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen (§ 12 Abs. 2 UStG). Vorsteuer ist nur auf echte Rechnungen abziehbar — z. B. Taxi, Bahn oder Mietwagen.

Wann muss ich ein Fahrtenbuch führen?

Ein Fahrtenbuch ist Pflicht, wenn du: (1) den Privatanteil eines Firmenwagens nachweisen willst (halber Sachbezug bei max. 500 km/Monat privat), (2) die Methode „tatsächliche Kosten“ statt Kilometergeld nutzt, oder (3) das Finanzamt dich dazu auffordert. Beim pauschalen Kilometergeld reicht eine Dienstreise-Aufstellung.

Weiterführende Artikel:

Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

Kommentare