Debitor und Kreditor Österreich 2026: Unterschied + Bedeutung

Debitor und Kreditor Vergleich — everbill 2026

Debitor ist, wer deinem Unternehmen Geld schuldet — meist dein Kunde, mit einer offenen Ausgangsrechnung. Kreditor ist, wem dein Unternehmen Geld schuldet — meist dein Lieferant, mit einer offenen Eingangsrechnung. Gläubiger ist der allgemeinere Begriff dafür: Er bezeichnet jeden, dem eine Forderung zusteht — in der Buchhaltung meist gleichbedeutend mit Kreditor, im Zivilrecht auch Banken oder Behörden.

Debitoren und Kreditoren auf einen Blick

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Was ist ein Debitor?

Ein Debitor ist eine Person oder ein Unternehmen, die oder das deinem Betrieb Geld schuldet — in der Praxis fast immer dein Kunde. Stellst du eine Ausgangsrechnung, wird der Kunde bis zur Bezahlung zu deinem Debitor. Die Summe aller offenen Kundenforderungen nennt man Debitorenbestand, ihre laufende Erfassung Debitorenbuchhaltung.

Der Begriff kommt vom lateinischen debere — schulden. Ein Debitor steht bei dir „im Soll“.

Was ist ein Kreditor?

Ein Kreditor ist das Gegenstück: eine Person oder ein Unternehmen, der oder dem dein Betrieb Geld schuldet — in der Praxis meist dein Lieferant. Erfasst du eine Eingangsrechnung, wird der Rechnungssteller zu deinem Kreditor, bis du bezahlt hast. Die Summe aller offenen Lieferantenverbindlichkeiten nennt man Kreditorenbestand, ihre laufende Erfassung Kreditorenbuchhaltung.

Der Begriff kommt vom lateinischen credere — vertrauen. Ein Kreditor hat dir eine Leistung vorgestreckt und vertraut darauf, dass du zahlst.

Debitor oder Kreditor? Die einfache Eselsbrücke

Am schnellsten merkst du dir den Unterschied über die Rechnungsrichtung:

  • Du schickst die Rechnung → Empfänger ist dein Debitor. (Ausgangsrechnung, Kunde)
  • Du bekommst die Rechnung → Absender ist dein Kreditor. (Eingangsrechnung, Lieferant)

Wichtig zu wissen: Die Rollen sind relativ, nicht absolut. Dein Kunde ist für dich ein Debitor — aus seiner eigenen Buchhaltung heraus betrachtet bist umgekehrt du sein Kreditor. Dieselbe Beziehung, zwei Perspektiven.

Was bedeutet Gläubiger — und ist das dasselbe wie Kreditor?

Fast, aber nicht ganz. In der betrieblichen Buchhaltung wird „Gläubiger“ meist synonym mit „Kreditor“ verwendet — beide bezeichnen, wem dein Unternehmen etwas schuldet. Im allgemeinen Zivilrecht ist Gläubiger aber der weitere Oberbegriff: Er bezeichnet jeden, dem gegenüber eine Forderung besteht — nicht nur Lieferanten, sondern zum Beispiel auch eine Bank (bei einem Kredit) oder das Finanzamt (bei einer Steuerschuld). Ein Kreditor ist also immer ein Gläubiger, aber nicht jeder Gläubiger ist ein Kreditor im engeren, warenwirtschaftlichen Sinn.

In der Bilanz nach österreichischem Unternehmensrecht tauchen die Begriffe Debitor und Kreditor übrigens nicht wörtlich auf — das sind eingebürgerte Praxisbegriffe. Bilanziert werden sie als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gemäß der Gliederungsvorschrift des § 224 UGB.

Debitor vs. Kreditor im Vergleich

Debitor Kreditor
Wer ist das meistens? Dein Kunde Dein Lieferant
Welche Rechnung löst es aus? Ausgangsrechnung Eingangsrechnung
Wer schuldet wem? Er schuldet dir Du schuldest ihm
Bilanzposition (§ 224 UGB) Forderungen aus L+L (Aktiva) Verbindlichkeiten aus L+L (Passiva)
Typische Buchhaltungs-Aufgabe Mahnwesen, Bonitätsprüfung Rechnungsprüfung, Zahlungstermine einhalten

Debitoren und Kreditoren in der Offenen-Posten-Liste

In der Praxis führst du Debitoren und Kreditoren nicht als abstrakte Begriffe, sondern als Liste offener Posten (OP-Liste): eine laufend aktualisierte Übersicht aller unbezahlten Ausgangs- und Eingangsrechnungen. Für jeden Posten hältst du fest, wer beteiligt ist, welcher Betrag offen ist und seit wann die Zahlung fällig ist.

Aus dieser einen Liste ergeben sich zwei unterschiedliche Aufgaben, beide gleich wichtig:

  • Debitoren-Seite: Wer zahlt nicht pünktlich? Ab wann lohnt sich eine Zahlungserinnerung oder Mahnung? Wie hoch ist dein Zahlungsziel?
  • Kreditoren-Seite: Welche Lieferantenrechnungen musst du noch begleichen, und bis wann — um weder Skonto zu verschenken noch in Verzug zu geraten?

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Was passiert, wenn ein Debitor nicht zahlt?

Bleibt eine Kundenrechnung offen, folgt in Österreich üblicherweise dieser Ablauf:

  1. Zahlungserinnerung — ein freundlicher Hinweis, meist nach Ablauf des Zahlungsziels
  2. Mahnung — ein oder mehrere formellere Zahlungsaufforderungen, oft mit Verzugszinsen und Mahnspesen
  3. Inkasso oder gerichtliches Mahnverfahren — wenn außergerichtliche Schritte erfolglos bleiben

Details zu Fristen, Formulierungen und Kosten findest du in unseren Beiträgen zu Mahnverfahren und Verzugszinsen in Österreich. Auch die WKO bietet eine praktische Übersicht zum Vorgehen bei offenen Rechnungen.

Häufige Fragen zu Debitor und Kreditor

Was ist der Unterschied zwischen Debitor und Kreditor?

Ein Debitor schuldet deinem Unternehmen Geld (meist dein Kunde, Ausgangsrechnung), ein Kreditor ist, wem dein Unternehmen Geld schuldet (meist dein Lieferant, Eingangsrechnung). Merkregel: Du schickst die Rechnung → Debitor. Du bekommst die Rechnung → Kreditor.

Ist Kreditor dasselbe wie Gläubiger?

In der Buchhaltung werden beide Begriffe meist synonym verwendet. Im allgemeinen Zivilrecht ist Gläubiger aber der weitere Begriff: jeder, dem eine Forderung zusteht — auch eine Bank oder das Finanzamt, nicht nur ein Warenlieferant.

Kann ich gleichzeitig Debitor und Kreditor sein?

Ja. Die Rollen sind relativ zur jeweiligen Geschäftsbeziehung. Gegenüber einem Kunden bist du selbst der Kreditor (er schuldet dir), gegenüber deinem Lieferanten bist du der Debitor (du schuldest ihm). Ein Unternehmen hat meist beide Rollen gleichzeitig, nur mit unterschiedlichen Geschäftspartnern.

Wie werden Debitoren und Kreditoren in der Bilanz erfasst?

Als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Debitoren, Aktivseite) beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Kreditoren, Passivseite) gemäß der Gliederungsvorschrift des § 224 UGB. Die Begriffe „Debitor“ und „Kreditor“ selbst sind Praxisjargon, keine Gesetzesbegriffe.

Was ist eine Offene-Posten-Liste?

Eine laufend geführte Übersicht aller unbezahlten Rechnungen — sowohl Ausgangsrechnungen an Debitoren als auch Eingangsrechnungen von Kreditoren. Die Liste zeigt Betrag, Fälligkeit und Status jedes einzelnen Postens und ist die Arbeitsgrundlage für Mahnwesen und Zahlungsplanung.

Weiterführende Artikel

Alle wichtigen Themen rund um Buchhaltung und Steuern für österreichische Unternehmen findest du in unserem Ratgeber Buchhaltung & Steuern in Österreich.

Stand: August 2026.

Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz ist Gründer und Geschäftsführer von everbill, der Rechnungssoftware für österreichische Kleinunternehmer und KMU. Seit über einem Vierteljahrhundert beschäftigt er sich mit Rechnungslegung, Buchhaltung und Digitalisierung für Selbständige in Österreich. Im everbill Magazin teilt er praxisnahes Wissen zu Pflichtangaben, Umsatzsteuer und E/A-Rechnung — verständlich aufbereitet für Unternehmer, die sich aufs Kerngeschäft konzentrieren wollen.

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