Businessplan erstellen 2026: Aufbau & Vorlage | Österreich

der Businessplan

Ein Businessplan ist dein schriftliches Unternehmenskonzept für die Gründung in Österreich: Er beschreibt deine Geschäftsidee, den Markt, die Finanzierung und deine Ziele auf 15-25 Seiten. Du brauchst ihn für Bank- und Förderanträge genauso wie als eigenen Fahrplan. 2025 wurden laut WKO 39.978 Unternehmen in Österreich neu gegründet — ein Plus von 9,4 % zum Vorjahr (WKO Gründungsstatistik, 2026). Dieser Beitrag zeigt dir, was in deinen Businessplan gehört und wie du ihn 2026 aufbaust.

Was ist ein Businessplan und wozu brauchst du ihn?

Ein Businessplan (oder Geschäftsplan) ist ein schriftliches Unternehmenskonzept, das deine Geschäftsidee präzisiert, strukturiert darstellt und detailliert beschreibt. Er ist der Fahrplan für deine Unternehmensgründung und enthält Informationen zu Marktanalyse, Kapitalbedarf, Unternehmenszielen und vielen weiteren Themen. Er erfüllt sowohl interne als auch externe Funktionen.

FunktionFür wenWozu
ExternBanken, Förderstellen, InvestorenGrundlage für Kredit-, Förder- oder Beteiligungsentscheidung
ExternGeschäftspartner, Vermieter, BehördenVertrauensnachweis, teils Vorlagepflicht
InternDu als Gründer:inSchwachstellen aufdecken, Umsetzbarkeit prüfen
InternDu als Gründer:inControlling-Tool während der Umsetzung

Externe Funktionen im Detail

  • Für die Beantragung von finanziellen Mitteln bei Banken, Kreditgebern und öffentlichen Förderstellen ist das Vorlegen eines Businessplans zwingend notwendig, da die potenziellen Geldgeber wissen wollen, wen sie wofür finanzieren.
  • Auch für Investoren ist der Businessplan eine wesentliche Grundlage, um sich für oder gegen eine Beteiligung am Unternehmen zu entscheiden.
  • Um Kooperationen mit Geschäftspartnern, wie z. B. Lieferanten, einzugehen, kann ein guter Businessplan von großem Vorteil sein.
  • Auch Vermieter von gewerblichen Geschäftsräumen oder Behörden verlangen in manchen Fällen die Vorlage eines Geschäftsplans.

Interne Funktionen im Detail

An erster Stelle erstellst du einen Businessplan für dich selbst. Er dient dir als wertvoller Leitfaden und als Handbuch, das dir bei der Gründung die Richtung vorweist. Folgende Vorteile bringt dir die Erstellung eines Geschäftsplans:

  • Schwachstellen aufdecken: Bei der Ausarbeitung setzt du dich intensiv mit deiner Geschäftsidee und allen Aspekten der Gründung auseinander. Dabei werden mögliche Schwachstellen und Risiken aufgedeckt, wodurch du rechtzeitig entsprechende Anpassungen vornehmen kannst.
  • Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit: Bei der Erstellung prüfst du, ob deine Geschäftsidee realistisch umsetzbar ist und ob sich dein Unternehmen wirtschaftlich lohnen würde.
  • Controlling-Tool: Bei der Umsetzung deiner Geschäftsidee kannst du deinen Businessplan als Controlling-Tool verwenden, um sicherzustellen, dass deine Maßnahmen dich deinen Zielen näher bringen.

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Welche Bestandteile gehören in deinen Businessplan?

Es gibt keinen einheitlichen, vorgegebenen Aufbau für Businesspläne. Allerdings solltest du folgende Punkte unbedingt unterbringen:

  • Executive Summary: Soll 1-2 Seiten ausmachen. Hier fasst du die Kernaussagen des Businessplans ansprechend zusammen und gibst einen Überblick über das Unternehmen und dessen Zielsetzungen. Die Executive Summary wird oft als Erstes gelesen und ist daher von besonderer Bedeutung.
  • Die Geschäftsidee: In diesem Kapitel beschreibst du ausführlich dein Produkt- oder Dienstleistungsangebot: Stärken und Schwächen, Entwicklungsstand, Produktherstellung, Kundennutzen, Produktpreis.
  • Markt und Wettbewerb: Dieses Kapitel enthält Infos zum Marktumfeld deines Unternehmens:
    • Definition deines Zielmarktes und dessen Größe
    • Welche marktspezifischen Trends und Entwicklungen zeichnen sich ab?
    • Analyse der Mitbewerber: Stärken und Schwächen, Marktanteile
    • Deine Marktpositionierung im Vergleich zur Positionierung deiner Konkurrenten
    • Was hebt dich von deinen Mitbewerbern ab? Alleinstellungsmerkmale hervorheben!
    • eventuell Marktforschung
  • Marketing und Vertrieb: An dieser Stelle stellst du die geplanten Marketingmaßnahmen vor: Welche Marketinginstrumente wirst du verwenden? Welche Markteintrittsstrategien hast du? Außerdem kannst du Überlegungen zur Preisgestaltung hinzufügen und beschreiben, wie der Vertrieb erfolgen soll (Online-Shop, Fachgeschäft etc.).
  • Betriebliche Organisation und Gründerteam: Dieser Abschnitt ist dir als Gründer:in und deinem Team gewidmet. Stelle eure Qualifikationen, Kompetenzen und Erfahrungen dar. Außerdem sind folgende Informationen wichtig:
    • Firmenname und Gründungsdatum
    • Rechtsform und Standort des Unternehmens
    • Eigentumsverhältnisse
    • Zuständigkeiten im Team
    • Pläne zur Einstellung von Personal
    • externe Partner (z. B. Steuerberatung)
  • Finanzplan: Der Finanzplan ist einer der relevantesten Bestandteile des Businessplans. Auf dessen Zusammensetzung und worauf du bei der Erstellung achten solltest, gehen wir im nächsten Teil unserer Existenzgründerserie ein.
  • Unternehmensziele und -strategie: Dieses Kapitel beschreibt deine kurz-, mittel- und langfristigen Ziele und die Meilensteine auf dem Weg dahin. Auch ein Umsetzungsplan, der Strategie und Maßnahmen zur Zielerreichung beschreibt, darf nicht fehlen.
  • SWOT-Analyse: Im Rahmen der SWOT-Analyse ermittelst du Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken deines Unternehmens, um anschließend Maßnahmen zur Maximierung der Stärken/Chancen und zur Minimierung der Schwächen/Risiken herauszuarbeiten.
  • Anhang: Optional kannst du Lebensläufe, Vorverträge, Maßnahmenpläne oder andere wichtige Unterlagen anhängen.

Welche 5 Punkte solltest du bei der Erstellung beachten?

  • Adressat: An wen ist der Businessplan gerichtet? Behalte bei Formulierung und Gestaltung deines Plans den Adressaten immer im Kopf.
  • Branche: Je nach Branche, in der du gründest, ergeben sich kleine, aber feine Unterschiede.
  • Länge: Normalerweise umfasst ein Businessplan um die 15-25 Seiten. Je nach Bedarf kann er auch bis zu 100 Seiten einnehmen.
  • Formatierung und Gliederung: Ein ansprechendes Erscheinungsbild und eine logisch aufgebaute Gliederung sind von großer Bedeutung.
  • Kundennutzen und Einzigartigkeit: Betone, was dich von Mitbewerbern unterscheidet und welchen Nutzen Kund:innen von deinem Angebot haben.

Hilfestellungen für deinen Businessplan

Im Internet gibt es zahlreiche Vorlagen, die du bei der Erstellung deines Businessplans heranziehen kannst. Wichtig ist nur, dass du ihn trotz Vorlagen zum Großteil selbst verfasst, da du auf diese Weise auch am meisten davon hast.

Ansonsten hast du auch die Möglichkeit, einen Gründungs- oder Unternehmensberater zu konsultieren. Wenn dir nur limitierte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, empfiehlt die WKO die kostenlose Software Plan4You, die dich mit vielen praktischen Features bei der Erstellung unterstützt.

Häufige Fragen zum Businessplan


Wie lang sollte ein Businessplan sein?

Ein Businessplan umfasst in der Regel 15-25 Seiten. Bei komplexeren Geschäftsmodellen oder für Investoren kann er auch bis zu 100 Seiten umfassen. Wichtiger als die Länge ist eine klare Gliederung.

Brauche ich einen Businessplan für die Gewerbeanmeldung?

Nein, für die Gewerbeanmeldung selbst ist kein Businessplan vorgeschrieben. Sobald du aber einen Kredit, eine Förderung oder Investor:innen brauchst, verlangen Banken und Förderstellen fast immer einen Businessplan.

Was gehört in die Executive Summary?

Die Executive Summary fasst auf 1-2 Seiten die Kernaussagen deines Businessplans zusammen: Geschäftsidee, Zielmarkt, Alleinstellungsmerkmal und Kapitalbedarf. Sie wird meist zuerst gelesen und entscheidet oft, ob der Rest überhaupt gelesen wird.

Wer prüft meinen Businessplan?

Banken, Förderstellen (z. B. aws, aws Gründerfonds) und Investor:innen prüfen den Businessplan vor einer Finanzierungsentscheidung. Auch das WKO Gründerservice bietet kostenlose Beratung und Plausibilitätschecks an.

Kann ich einen Businessplan kostenlos erstellen?

Ja. Vorlagen und die WKO-Software Plan4You sind kostenlos. Trotzdem solltest du den Plan zum Großteil selbst verfassen — nur so kennst du deine Zahlen und Annahmen wirklich.

Was ist der Unterschied zwischen Businessplan und Finanzplan?

Der Finanzplan ist ein Teil des Businessplans und enthält die konkreten Zahlen: Kapitalbedarf, Umsatz- und Kostenplanung, Liquiditätsplanung. Der Businessplan umfasst zusätzlich Geschäftsidee, Markt, Team und Strategie.

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Die everbill Existenzgründungs-Serie

Du bist Gründer:in? Dann lies dir auch die anderen Teile unserer Infoserie durch:

Teil 1: Die Geschäftsidee: Welche Arten von Geschäftsideen gibt es? Wie kommst du zu einer guten Geschäftsidee?

Teil 3: Der Finanzplan: Wozu brauchst du einen Finanzplan? Aus welchen Bestandteilen setzt er sich zusammen? Worauf solltest du bei der Erstellung achten?

Teil 4: Die Wahl der Rechtsform: Welche Rechtsformen gibt es? Von welchen Faktoren hängt die Wahl ab? Was sind die Vor- und Nachteile?

Weiterführende Artikel

Stand: August 2026. Quellen: WKO Gründerservice, WKO Statistik.

Theres Preißler
Theres Preißler
Theres Preißler
Theres hat Anthropologie studiert und ist seit ihrer Kindheit leidenschaftliche Texterin. Während sie als Mädchen Pferdegeschichten schrieb, nutzt sie ihre Kreativität und Know-How heute, um der everbill Community wertvollen Content zu bieten. Egal ob es um Tipps & Tricks bezüglich Finanzen, Gründung oder Recht geht, sie gibt ihr für Unternehmer interessantes Wissen in Form von informativen Beiträgen weiter.

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