Selbständige Sozialversicherung (SVS): Die 3 häufigsten Fragen 2026

Selbständige Sozialversicherung – die häufigsten Fragen. — everbill

Als selbständig Erwerbstätige bist du bei der SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen) kranken- und pensionsversichert, sobald dein Gewinn 6.613,20 Euro im Jahr übersteigt. Die Beiträge 2026 liegen bei 6,8 % Krankenversicherung, 18,5 % Pensionsversicherung und 1,53 % Selbständigenvorsorge deiner Beitragsgrundlage, dazu ein fixer Unfallversicherungsbeitrag über die AUVA. Land- und Forstwirte sind ausgenommen. Hier beantworten wir die drei häufigsten Fragen dazu.

1. Ab wann bin ich bei der SVS pflichtversichert?

Die Pflichtversicherung beginnt mit dem Tag, an dem du dein Unternehmen gründest. Erfährt die SVS nichts davon, wird sie über das Finanzamt anhand deines Einkommensteuerbescheids informiert — und zwar sobald dein Gewinn als Selbständiger die Versicherungsgrenze von 6.613,20 Euro im Jahr übersteigt (551,10 Euro pro Monat).

Diese Grenze gilt seit 1.1.2016 einheitlich — unabhängig davon, ob du daneben unselbständig beschäftigt bist, eine Pension, Kranken- oder Wochengeld, Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld, Sonderunterstützung oder Arbeitslosengeld beziehst. Die frühere Unterscheidung zwischen einer niedrigeren „kleinen“ und einer höheren „großen“ Versicherungsgrenze je nach Nebentätigkeit gibt es nicht mehr.

Wichtig: Meldest du das Überschreiten der Versicherungsgrenze nicht rechtzeitig selbst und erfährt die SVS erst über den Einkommensteuerbescheid davon, droht ein Beitragszuschlag von 9,3 % auf die Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge. Du kannst das vermeiden, wenn du das Überschreiten innerhalb von acht Wochen ab Ausstellung des Bescheids selbst meldest.

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2. Wie hoch sind die SVS-Beiträge 2026 und wann sind sie fällig?

Deine Beitragsgrundlage ist grundsätzlich dein durchschnittliches monatliches Einkommen laut Einkommensteuerbescheid (plus die vorgeschriebenen SV-Beiträge selbst, sogenannte Hinzurechnung). Darauf werden 2026 folgende Sätze verrechnet:

Versicherungszweig Beitragssatz 2026
Krankenversicherung (KV) 6,8 %
Pensionsversicherung (PV) 18,5 %
Selbständigenvorsorge (SVS-Vorsorge) 1,53 %
Unfallversicherung (AUVA) 12,95 EUR/Monat (Fixbetrag, unabhängig vom Einkommen)

Liegt dein Gewinn unter der Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 Euro/Monat, zahlst du trotzdem auf Basis dieser Mindestgrundlage — darunter fällst du nicht. Gerechnet auf die Mindestbeitragsgrundlage ergibt das rund 161 Euro im Monat an SVS-Gesamtbeiträgen (KV + PV + Vorsorge + AUVA). Verdienst du mehr, steigen deine Beiträge anteilig mit deinem Gewinn — bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 8.085 Euro/Monat, darüber zahlst du nicht mehr.

Deine SVS-Vorschreibungen kommen viermal jährlich, fällig jeweils am:

  • 28./29. Februar
  • 31. Mai
  • 31. August
  • 30. November

3. Welche Ausnahmen und Erleichterungen gibt es?

  • Herabsetzungsantrag: Auf Antrag kann die SVS deine vorläufige Beitragsgrundlage herabsetzen, wenn du glaubhaft machst, dass dein Einkommen im laufenden Jahr wesentlich geringer ausfällt als im drittvorangegangenen Kalenderjahr.
  • Neugründer-Förderung (NeuFöG): Bei begünstigten Betriebsübergaben oder -gründungen kannst du von Abgabenerleichterungen profitieren.
  • Verpflichtende Kammer-Krankenversicherung: Für Ärzt:innen, Wirtschaftstreuhänder:innen, Tierärzt:innen, Apotheker:innen, Patentanwält:innen, Notar:innen, Rechtsanwält:innen und Ziviltechniker:innen gilt statt der SVS-KV eine eigene Pflichtversicherung über die jeweilige Kammer bzw. Wohlfahrtseinrichtung.
  • Neugründer:innen in den ersten Jahren: Da dein Einkommensteuerbescheid im Gründungsjahr noch nicht vorliegt, verrechnet dir die SVS vorläufig die Mindestbeitragsgrundlage (551,10 Euro/Monat). Sobald der Bescheid da ist, wird vor allem die Pensionsversicherung rückwirkend nach deinem tatsächlichen Gewinn nachbemessen — die Krankenversicherung bleibt für die ersten beiden Jahre bei der Mindestgrundlage. Lag dein Gewinn darüber, kommt meist im dritten, bei manchen erst im vierten Jahr eine spürbare Nachzahlung. Leg dafür am besten laufend etwas zurück; die SVS bietet bei Bedarf auch Ratenzahlung an.

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Sonstige Tipps

  • Nicht versicherte Angehörige können sich bei dir mitversichern lassen.
  • Zusätzlich zur Pflicht-Selbständigenvorsorge kannst du freiwillig eine erweiterte Vorsorge sowie eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen.
  • Bewahre Belege für Betriebsausgaben laufend auf — sie senken deinen Gewinn und damit auch deine SVS-Beitragsgrundlage.

Häufige Fragen zur SVS für Selbständige 2026

Ab wann bin ich bei der SVS pflichtversichert?

Sobald dein jährlicher Gewinn als Selbständiger die Versicherungsgrenze von 6.613,20 Euro übersteigt (551,10 Euro/Monat) — unabhängig davon, ob du daneben noch anderweitig erwerbstätig bist. Die Pflichtversicherung beginnt mit dem Tag der Unternehmensgründung.

Wie hoch sind die SVS-Beiträge 2026?

6,8 % Krankenversicherung, 18,5 % Pensionsversicherung und 1,53 % Selbständigenvorsorge deiner Beitragsgrundlage, dazu 12,95 Euro/Monat fixe Unfallversicherung über die AUVA. Auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage (551,10 Euro/Monat) ergibt das rund 161 Euro Gesamtbeitrag im Monat.

Was passiert, wenn ich das Überschreiten der Versicherungsgrenze nicht melde?

Erfährt die SVS erst über deinen Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt davon, droht ein Beitragszuschlag von 9,3 % auf die Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge. Meldest du selbst innerhalb von acht Wochen ab Ausstellung des Bescheids, entfällt der Zuschlag.

Heißt es noch SVA und GKK?

Nein. Seit der Sozialversicherungsreform zum 1.1.2020 heißt die frühere SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) jetzt SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen), und die früheren Gebietskrankenkassen (GKK) sind in der ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) aufgegangen.

Was hat es mit dem „dritten Jahr“ als Neugründer:in auf sich?

In den ersten beiden Jahren zahlst du vorläufig auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage (551,10 Euro/Monat), weil noch kein Einkommensteuerbescheid vorliegt. Sobald er vorliegt, bemisst die SVS vor allem die Pensionsversicherung rückwirkend nach deinem tatsächlichen Gewinn nach — lag der darüber, kommt meist im dritten, bei manchen erst im vierten Jahr eine Nachzahlung. Die Krankenversicherung bleibt in den ersten beiden Jahren bei der Mindestgrundlage. Ratenzahlung ist auf Antrag möglich.

Welche Ausnahmen von der SVS-Krankenversicherung gibt es?

Ärzt:innen, Wirtschaftstreuhänder:innen, Tierärzt:innen, Apotheker:innen, Patentanwält:innen, Notar:innen, Rechtsanwält:innen und Ziviltechniker:innen sind stattdessen über ihre Kammer bzw. Wohlfahrtseinrichtung krankenversichert. Land- und Forstwirte sind von der SVS-Erwerbstätigenversicherung generell ausgenommen.

Stand: Juli 2026. Quellen: SVS.at — Aktuelle Werte 2026, SVS.at — Versicherungsgrenze, § 25 GSVG (RIS). Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

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Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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