Freelancer: Bedeutung, Definition und Abgrenzung in Österreich

freelancer bedeutung

Der englische Begriff Freelancer bedeutet im Deutschen „freier Mitarbeiter“. Diese Bezeichnung ist vor allem in bestimmten Branchen für alle nicht im Unternehmen angemeldeten oder eingegliederten Mitarbeiter gebräuchlich. Üblicherweise werden Aufgaben von einem Freelancer persönlich übernommen und ausgeführt.

Definition von Freelancer

„Freelancer“ ist der englische Begriff für „Freie Mitarbeiter“. Ein Freelancer bietet einem oder mehreren Unternehmen seine Dienstleistung/en an und verrechnet diese auf selbständiger Basis. Gesetzlich liegt ein freier Dienstvertrag vor, wenn sich jemand verpflichtet, einem Auftraggeber für bestimmte oder unbestimmte Zeit seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen und diese Zeit entgeltlich beglichen bekommt.

Freelancer sind im Gegensatz zu Arbeitnehmern

  • nicht fest in Arbeitsabläufe eingegliedert
  • nicht weisungsgebunden.
  • Und der Auftraggeber hat keinerlei Kontrollbefugnisse

Info: Das Weisungsrecht dient zur Konkretisierung der Pflichten eines Arbeitnehmers.

Für Freelancer bedeutet das, dass in dem Arbeits- bzw. Auftragsverhältnis keinerlei persönliche Abhängigkeit des Dienstleisters vom Arbeitgeber besteht.

Da aber auch kein Anstellungsverhäntnis besteht, haben Freelancer keinen Anspruch auf:

  1. Kündigungsschutz
  2. Entgeltfortzahlung bei Krankheit
  3. bezahlte Urlaubstage

Üblicherweise werden Freelancer projektbezogen hinzugezogen. Das heißt, dass die freie Mitarbeit im Normalfall auf ein einzelnes Projekt bezogen ist.

Steuern und Beiträge als Freelancer

Freelancer sind selbständig tätig und haben einen Gewerbeschein. Da sie Einzelunternehmer sind, sind sowohl SVA-Beiträge selbst zu bezahlen als auch Einkommensteuer und evtl. die Umsatzsteuer eigenständig beim Finanzamt abzuführen.

Der Unterschied von Freelancer und Freiberufler

Oft werden die Bezeichnungen „Freiberufler“ und „Freelancer“ als jeweiliges Synonym verwendet. Das ist allerdings nicht korrekt. Als Freiberufler oder Freiberuflich Tätige werden in Österreich nur bestimmte gewerbescheinpflichtige selbständige Berufe bezeichnet. Diese Bezeichnung ist im österreichischen Steuer- und Versicherungsrecht verankert. Die Ausübung ihrer Tätigkeit gilt als „freier“ Beruf.

Zu den Freiberuflern zählen beispielsweise:

  • Notare und Rechtsanwälte
  • Wirtschaftstreuhänder
  • Steuerberater
  • Sachverständige
  • Journalisten
  • Dolmetscher
  • Tierärzte
  • Zahnärzte
  • Krankenpfleger
  • Hebammen
  • Kunstschaffende
  • Selbständige Programmierer

Diese Berufsgruppen gelten nicht als Gewerbe und unterliegen daher auch keiner Gewerbesteuerpflicht. Folglich ist Freiberuflern möglich, auch als „Freelancer tätig zu sein“, aber nicht jeder freie Mitarbeiter ist „freiberuflich tätig“. klingt komisch, ist aber so.

Abgrenzung und Unterschied zum Werkvertrag

Nach Annahme eines Angebots bzw. Annahme eines Auftrags, stellt ein Freelancer seine Arbeitskraft für bestimmte oder unbestimmte Zeit zur Verfügung. Für ebendiese Zeit besteht sein Entgeltanspruch. Dieser Anspruch auf Entlohnung ist unabhängig vom Zustandekommen eines konkreten Arbeitserfolges bzw. den Vorstellungen des Auftraggebers. Und genau hier besteht der große Unterschied zum Werkvertrag. Denn ein Werkunternehmer ist verpflichtet, den vertraglich vereinbarten Arbeitserfolg nachzuweisen. Ist kein nachweisbarer Arbeitserfolg gegeben, besteht kein Anspruch auf den vertraglich vereinbarten Werklohn.

Innerhalb eines Werkvertrags besteht keine Verpflichtung, wann, wo und wie die Arbeit verrichtet wird.

Abgrenzung und Unterschied zum freien Dienstvertrag

Auch in einem freien Dienstvertrag wird der Tätigkeit selbstständig nachgegangen.

Unterschied zum Werkvertrag Ein freier Dienstvertrag ist zeitlich geregelt bzw. auf bestimmte Zeit ausgelegt (Dauerschuldverhältnis). Der Werkvertrag zielt auf ein bestimmtes „Werk“ bzw. einen Arbeitserfolg (Zielschuldverhältnis).
Steuern beim freien Dienstvertrag Innerhalb eines freien Dienstvertrages fallen dieselben Sozialversicherungsbeiträge an wie bei einem Arbeitsvertrag. Diese Beiträge sind vom Arbeitgeber abzuführen. Die Einkommensteuer und evtl. die Umsatzsteuer muss der freie Dienstnehmer selbst ans Finanzamt abführen.

Weitere Auskünfte gibt hier die WKO.

Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz
Michael ist Co-Founder und CEO von everbill. Als Gründer und Geschäftsführer hat er über die Jahre viel Erfahrung gesammelt. Expertise, die er im everbill Magazin weitergibt, um Ihnen den Business-Alltag zu erleichtern.

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