Marge bei Dienstleistungen berechnen 2026: Formel & Beispiel

Marge bei Dienstleistungen — Waage-Symbol für Erlös und Kosten, everbill 2026

Die Marge bei Dienstleistungen berechnest du, indem du deine variablen Kosten (z. B. Fremdleistungen, Reisekosten) von deinem Stundensatz oder Projektpreis abziehst und die Differenz durch den Preis teilst: Marge (%) = (Erlös − Kosten) ÷ Erlös × 100. Anders als im Handel gibt es keinen Einkaufspreis für Ware — du verrechnest Zeit und Know-how.

Was ist die Marge bei Dienstleistungen?

Im Handel ist die Marge (Handelsspanne) leicht zu greifen: Verkaufspreis minus Einkaufspreis der Ware. Bei einer Dienstleistung fehlt dieser Einkaufspreis — du verkaufst kein fertiges Produkt, sondern verrechnest Arbeitszeit, Know-how oder ein Projektergebnis. Die Marge ergibt sich hier aus dem verrechneten Preis abzüglich der Kosten, die durch die konkrete Leistung tatsächlich entstehen: Fremdleistungen, Reisekosten, projektbezogene Tool-Lizenzen oder Materialeinsatz beim Handwerker.

Das betrifft Beraterinnen und Berater, Agenturen und Handwerksbetriebe in Österreich gleichermaßen — überall dort, wo der Preis nicht auf einem Wareneinkauf, sondern auf Arbeitszeit und Wissen basiert.

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Marge vs. Aufschlag – der häufigste Rechenfehler

Marge und Aufschlag (Kalkulationsaufschlag) werden oft verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Bezugsgrößen haben:

Kennzahl Bezugsgröße Formel Beispiel (Erlös 100 €, Kosten 70 €)
Marge Verkaufspreis / Erlös (Erlös − Kosten) ÷ Erlös × 100 (100 − 70) ÷ 100 × 100 = 30 %
Aufschlag Kosten (Erlös − Kosten) ÷ Kosten × 100 (100 − 70) ÷ 70 × 100 = 42,9 %

Der Fehler in der Praxis: Wer auf Kosten von 70 € einen Aufschlag von 30 % rechnet, verlangt 91 € — die tatsächliche Marge liegt dann aber nur bei 23,1 %, nicht bei 30 %. Wer eine bestimmte Ziel-Marge erreichen will, muss mit der Marge-Formel rechnen, nicht mit einem Aufschlag auf die Kosten.

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Wie berechnest du die Marge bei Dienstleistungen? Rechenbeispiel

Eine selbstständige Webdesignerin (Einzelunternehmerin) verrechnet einer Kundin 3.000 € für eine Website. Für das Projekt kauft sie Stockfoto-Lizenzen und eine Subleistung für die Programmierung zu — variable Kosten von 450 €.

  • Marge = (3.000 € − 450 €) ÷ 3.000 € × 100 = 85 %

Das ist die Bruttomarge des Projekts — die Fixkosten der Webdesignerin (Arbeitsplatz-Miete, Software-Abos, anteilige Buchhaltungskosten) sind darin noch nicht abgezogen.

Bruttomarge vs. Nettomarge: Was am Ende übrig bleibt

Die Bruttomarge zeigt nur die Differenz zwischen Erlös und den Kosten, die direkt durch den Auftrag entstehen. Erst wenn du davon die monatlichen Fixkosten abziehst, siehst du den tatsächlichen Gewinn. Diese Rechnung — Erlös minus variable Kosten minus Fixkosten — heißt Deckungsbeitragsrechnung; wie du sie Schritt für Schritt durchführst, inklusive eines vollständigen Rechenbeispiels, zeigt der Artikel Deckungsbeitrag: Was du darüber wissen solltest.

Für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) ohne eigenes Personal ist das besonders wichtig: Es gibt keine Personalkosten, die als Puffer zwischen Umsatz und Gewinn wirken — die Marge nach Fixkosten bestimmt direkt das eigene Einkommen. Viele Dienstleister in Österreich nutzen dabei die Kleinunternehmerregelung (Umsatzgrenze 55.000 € brutto pro Kalenderjahr, § 6 Abs. 1 Z 27 UStG).

Häufige Fehler bei der Margenberechnung

  1. Marge und Aufschlag verwechseln — die Bezugsgröße ist unterschiedlich, siehe Tabelle oben.
  2. Fixkosten vergessen — eine hohe Bruttomarge pro Projekt sagt nichts über den tatsächlichen Gewinn, wenn Miete und laufende Kosten nicht gegengerechnet werden.
  3. Eigene Arbeitszeit nicht einpreisen — wer als EPU seinen eigenen Stundensatz nicht in die Kalkulation aufnimmt, rechnet sich die Marge künstlich schön.
  4. Nicht verrechenbare Stunden ignorieren — Akquise, Verwaltung und Weiterbildung zählen nicht zu den verrechneten Stunden, senken aber die effektive Marge über den Monat gerechnet.

Die Wirtschaftskammer Österreich bietet dazu eine Anleitung zur Stundensatzkalkulation für EPU, die genau bei diesem Punkt ansetzt.

Häufige Fragen zur Marge bei Dienstleistungen

Was ist eine gute Marge bei Dienstleistungen?

Einen pauschalen Richtwert gibt es nicht — er hängt von Fixkosten, Branche und davon ab, ob du Personal beschäftigst. Wichtiger als ein Vergleichswert: Die Marge muss nach Abzug deiner Fixkosten und deines eigenen Stundenlohns noch einen Gewinn übrig lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Deckungsbeitrag?

Die Marge ist ein Prozentwert (Anteil am Erlös), der Deckungsbeitrag ein Euro-Betrag (Erlös minus variable Kosten in Euro). Beide Kennzahlen bauen auf denselben Zahlen auf — der Deckungsbeitrag-Artikel zeigt die vollständige Rechnung inklusive Fixkosten.

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?

Die Marge bezieht sich auf den Verkaufspreis, der Aufschlag auf die Kosten. Bei Kosten von 70 € und einem Erlös von 100 € beträgt die Marge 30 %, der Aufschlag auf die Kosten aber 42,9 %. Wer eine Ziel-Marge erreichen will, darf nicht einfach denselben Prozentsatz als Aufschlag auf die Kosten rechnen.

Wie berechne ich meinen Stundensatz, damit die Marge passt?

Du gehst von deinem gewünschten Einkommen und deinen Fixkosten aus und rechnest zurück auf die verrechenbaren Stunden pro Monat. Die einzelnen Schritte zeigt der Artikel Stundensatz als Selbständige berechnen.

Zählt die Umsatzsteuer bei der Margenberechnung mit?

Nein, rechne mit Netto-Beträgen ohne Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten, den du ans Finanzamt weiterreichst, und kein Teil deines Erlöses.

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Stand: September 2026.

Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz
Michael Kunz ist Gründer und Geschäftsführer von everbill, der Rechnungssoftware für österreichische Kleinunternehmer und KMU. Seit über einem Vierteljahrhundert beschäftigt er sich mit Rechnungslegung, Buchhaltung und Digitalisierung für Selbständige in Österreich. Im everbill Magazin teilt er praxisnahes Wissen zu Pflichtangaben, Umsatzsteuer und E/A-Rechnung — verständlich aufbereitet für Unternehmer, die sich aufs Kerngeschäft konzentrieren wollen.

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