Dropshipping ist ein Handelsmodell, bei dem du Waren verkaufst, ohne sie selbst zu lagern: Der Lieferant versendet direkt an deinen Kunden. In Österreich brauchst du dafür ein Handelsgewerbe, und steuerlich wird es schnell komplex — denn Dropshipping ist umsatzsteuerlich ein Reihengeschäft. Der größte Fallstrick: Die Kleinunternehmerregelung (55.000 € seit 2025) schützt dich nur bei Inlandsumsätzen, nicht bei grenzüberschreitenden Lieferungen.
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Was ist Dropshipping und wie funktioniert es?
Beim Dropshipping betreibst du einen Onlineshop, hältst aber kein eigenes Lager. Bestellt ein Kunde bei dir, leitest du die Bestellung an deinen Lieferanten (Großhändler oder Hersteller) weiter, der die Ware direkt an den Kunden schickt. Dein Gewinn ist die Differenz zwischen deinem Verkaufspreis und dem Einkaufspreis beim Lieferanten.
Der Reiz liegt im geringen Startkapital: kein Wareneinkauf auf Vorrat, kein Lagerrisiko. Die Kehrseite: geringe Margen, hohe Abhängigkeit vom Lieferanten und — gerade in Österreich — ein steuerlich anspruchsvolles Konstrukt, das du von Anfang an richtig aufsetzen solltest.
| Vorteile | Nachteile |
| Geringes Startkapital, kein Lager nötig | Meist niedrige Gewinnmargen |
| Ortsunabhängig, gut nebenberuflich startbar | Starke Abhängigkeit von Lieferant und Lieferzeit |
| Breites Sortiment ohne Kapitalbindung | Wenig Kontrolle über Qualität und Versand |
| Schnell testbar, geringes finanzielles Risiko | Umsatzsteuerlich komplex bei Auslandsbezug |
Dropshipping ist also kein „schnelles Geld“, sondern ein echtes Handelsgeschäft mit schmalen Margen. Wer erfolgreich sein will, braucht eine gute Nische, verlässliche Lieferanten und saubere Prozesse — steuerlich wie rechtlich.
Brauchst du für Dropshipping ein Gewerbe?
Ja. Sobald du selbstständig, regelmäßig und mit Gewinnabsicht verkaufst, brauchst du in Österreich eine Gewerbeberechtigung — und zwar ein freies Handelsgewerbe („Handel mit Waren“). Dafür ist kein Befähigungsnachweis nötig. Die Gewerbeanmeldung erfolgt bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat und ist selbst gebührenfrei; du wirst ins Gewerbeinformationssystem (GISA) eingetragen. Rechne mit der jährlichen WKO-Grundumlage als laufende Fixkosten.
Umsatzsteuer beim Dropshipping in Österreich
Hier liegt die eigentliche Komplexität. Dropshipping ist umsatzsteuerlich ein Reihengeschäft: Mehrere Unternehmer schließen Geschäfte über dieselbe Ware ab, die aber direkt vom ersten Lieferanten zum Endkunden gelangt. Je nachdem, wo dein Lieferant sitzt, gelten unterschiedliche Regeln:
| Szenario | Was gilt umsatzsteuerlich |
| Lieferant & Kunde in Österreich | Normale österreichische Umsatzsteuer (20 %, ermäßigt 10 % / 13 %). |
| EU-Lieferant → EU-Kunde | Ab 10.000 € EU-weitem Jahresumsatz an Privatkunden gilt die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes. Zentrale Meldung über den One-Stop-Shop (OSS) via FinanzOnline. |
| Drittland-Lieferant (z. B. China) → AT-Kunde | Es fällt Einfuhrumsatzsteuer an; die frühere 22-€-Freigrenze ist seit 1.7.2021 weg. Für die Umsatzsteuer bei Sendungen bis 150 € ist das IOSS-Verfahren möglich. |
Neu seit 1. Juli 2026: Für Waren aus Drittländern ist die bisherige 150-€-Zollfreigrenze weggefallen. Stattdessen gilt ein pauschaler Zoll von 3 € pro Ware (Verordnung (EU) 2026/382) — zusätzlich zur Einfuhrumsatzsteuer, die ohnehin ab dem ersten Cent Warenwert anfällt. Das verteuert vor allem Direktimporte aus Nicht-EU-Ländern spürbar. Details beim BMF zum 3-Euro-Zoll.
Ein typisches Beispiel: Du verkaufst an einen Kunden in Wien, deine Ware kommt aber von einem Hersteller in China. Dieser versendet direkt an den Kunden. Umsatzsteuerlich wird die Warenbewegung der Lieferung aus dem Drittland zugeordnet (die „bewegte“ Lieferung); bei der Einfuhr fällt Einfuhrumsatzsteuer an. Deine Weiterlieferung an den österreichischen Kunden ist die „ruhende“ Lieferung und unterliegt der österreichischen Umsatzsteuer. Schon dieses einfache Beispiel zeigt, warum die Rechnungsstellung sauber aufgesetzt sein muss.
Weil bei Dropshipping oft drei Länder beteiligt sind, ist die korrekte Rechnungsstellung anspruchsvoll — und fehlerhafte Reihengeschäfts-Rechnungen lassen sich später nicht einfach rückwirkend korrigieren. Im Zweifel lohnt sich hier die Abstimmung mit einem Steuerberater. Details liefert die WKO zum Thema Dropshipping und Umsatzsteuer.
Kleinunternehmerregelung: der größte Fallstrick
Viele Einsteiger verlassen sich auf die Kleinunternehmerregelung: Bis 55.000 € Jahresumsatz (brutto, seit 1.1.2025) musst du keine Umsatzsteuer ausweisen; eine Toleranz von 10 % (bis 60.500 €) ist zulässig — wird sie überschritten, entfällt die Befreiung ab dem Folgejahr. Aber: Diese Befreiung gilt nur für Inlandsumsätze. Sobald bei deinem Dropshipping die steuerlich „ruhende“ Lieferung im Ausland liegt, greift die Kleinunternehmerregelung nicht — und es kann eine Umsatzsteuer-Registrierungspflicht im Zielland entstehen, selbst bei kleinen Beträgen. Wer international dropshippt, sollte sich also nicht blind auf die 55.000-€-Grenze verlassen.
Welche rechtlichen Pflichten hat dein Onlineshop?
Als Betreiber eines österreichischen Onlineshops treffen dich mehrere gesetzliche Pflichten:
- Widerrufsrecht: Nach dem Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz (FAGG) haben Verbraucher 14 Tage Rücktrittsrecht.
- Informations- und Impressumspflicht: Das E-Commerce-Gesetz (ECG) verlangt vollständige Anbieterangaben inklusive E-Mail-Adresse und Kontaktmöglichkeit.
- Produkthaftung und Produktsicherheit: Wer Ware aus einem Drittland in den EU-Markt bringt, gilt als Inverkehrbringer und haftet für Sicherheit und CE-Kennzeichnung — auch beim Direktversand aus China.
Diese Pflichten gelten unabhängig von der Unternehmensgröße. Ein sauber aufgesetzter Shop mit korrektem Impressum, Widerrufsbelehrung und AGB schützt dich vor Abmahnungen und Bußgeldern.
In 4 Schritten zum Dropshipping-Business
- Nische und Produkte wählen. Konzentriere dich auf einen klar umrissenen Markt statt „alles für alle“. Prüfe Nachfrage, Marge und Wettbewerb.
- Lieferanten finden. EU-Lieferanten reduzieren die umsatzsteuerliche Komplexität gegenüber Drittland-Anbietern erheblich. Achte auf Lieferzeit, Qualität und Zuverlässigkeit.
- Onlineshop aufbauen. Shopify und WooCommerce sind die verbreitetsten Systeme. Ergänze Impressum, Widerrufsbelehrung und AGB von Beginn an.
- Rechnungen und Buchhaltung aufsetzen. Jede Bestellung braucht eine korrekte, österreichisch-konforme Rechnung. Genau hier setzt everbill an.
Rechnungen automatisch aus deinem Shop
everbill verbindet sich direkt mit Shopify und WooCommerce: Bestellungen werden automatisch zu fertigen Rechnungen nach österreichischem Recht. Eingangsrechnungen deiner Lieferanten erfasst du dazu und behältst so den Überblick über deine Marge.
Häufige Fragen zum Dropshipping in Österreich
Ist Dropshipping in Österreich legal?
Ja, Dropshipping ist völlig legal. Du brauchst dafür ein freies Handelsgewerbe und musst die umsatzsteuerlichen und e-commerce-rechtlichen Pflichten (Widerrufsrecht, Impressum, Produkthaftung) einhalten. Legal ist es also — anspruchsvoll in der korrekten Umsetzung.
Welches Gewerbe brauche ich für Dropshipping?
Ein freies Handelsgewerbe („Handel mit Waren“). Es ist ohne Befähigungsnachweis anmeldbar, die Anmeldung selbst ist gebührenfrei, und du wirst ins GISA eingetragen. Laufend fällt die WKO-Grundumlage an.
Gilt die Kleinunternehmerregelung beim Dropshipping?
Nur eingeschränkt. Die 55.000-€-Grenze (brutto, seit 2025) befreit dich nur von der Umsatzsteuer auf Inlandsumsätze. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen, deren steuerlicher Ort im Ausland liegt, greift sie nicht — dann kann eine Registrierungspflicht im Zielland entstehen.
Wie versteuere ich Ware aus China?
Bei Lieferungen aus einem Drittland fällt Einfuhrumsatzsteuer an; die alte 22-€-Freigrenze gibt es seit 1.7.2021 nicht mehr. Für die Umsatzsteuer bei Sendungen bis 150 € kannst du das IOSS-Verfahren nutzen. Seit 1.7.2026 ist außerdem die 150-€-Zollfreigrenze entfallen — es gilt ein pauschaler Zoll von 3 € pro Ware. Zusätzlich haftest du als Inverkehrbringer für Produktsicherheit und CE-Kennzeichnung.
Wie schreibe ich Rechnungen für meinen Dropshipping-Shop?
Jede Bestellung braucht eine österreichisch-konforme Rechnung mit allen Pflichtangaben. Eine Rechnungssoftware wie everbill synchronisiert Shopify- und WooCommerce-Bestellungen automatisch zu Rechnungen und erspart dir das manuelle Abtippen.
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Stand: Juli 2026. Steuerliche Angaben ohne Gewähr — im Einzelfall Steuerberatung einholen. Quellen: WKO, USP, BMF.
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