Die größten Probleme in der Selbständigkeit

Selbständige sind zähe Leichtathleten – sie hechten über Hürden, richten sich wieder auf und sprinten weiter bis zur nächsten Barriere. 23 Unternehmen zerschellen pro Werktag am ein oder anderem Hindernis. Um welche Hindernisse es sich genau handelt, und wie Sie diese anhand 5 Tipps umgehen, lesen Sie hier.

Hauptursachen für Firmeninsolvenzen sind konjunkturelle Durststrecken und interne Managementfehler. Die chronische Ressourcenknappheit von

  1. finanziellen Mittel,
  2. gutem Personal und
  3. Know-how

bedrohen häufig die Existenz von Kleinunternehmen.

Probleme Selbständigkeit: Nehmen wir diese drei Gefahrenherde genauer unter die Lupe:

1. Finanzielle Mittel: Das liebe (fehlende) Geld

Kleinunternehmer sind einer Kreditklemme ausgesetzt. Die Geschäftsbanken sind bei der Vergabe an kleine strikter als bei Großunternehmen. Auch Darlehen werden höhere Zinssätze und andere Kosten verrechnet, da KMU, aus Sicht der Banken, eine zweifelhaftere Bonität und erhöhtes Risiko aufweisen.

Auch die politischen Rahmenbedingungen zielen auf große Betriebe ab: Die Konjunkturpakete und Finanzierungshilfen des Staates werden an die Bedürfnisse von Großunternehmen angepasst. Eine Loose-Loose Situation ergibt also.

Dazu ist es in Österreich ein Unding, an Risikokapital zu kommen. Das Startup müsste über Landesgrenzen bekannt sein und vor Potenzial strotzen – ansonsten ist es eher unwahrscheinlich, dass Investoren die bürokratischen Hürden aufnehmen, um sich zu beteiligen.

Kleinunternehmen leiden unter den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eigentlich für Großunternehmen zugeschnitten sind. Das gilt auch für die Sozialversicherung, die einige Betriebe auf dem Gewissen hat.

2. Personal: kostbar oder kostspielig?

Viele Kleinunternehmer klagen über hohe Personal- und Lohnnebenkosten. Auch die fehlende Qualifikation oder Motivation der Angestellten bzw. Freelancer macht einige zu schaffen. Die Floskel „Billig ist teuer gekauft“ trifft hier häufig zu: Profis machen weniger Fehler, die man im Nachhinein mühsam und kostspielig ausbaden muss.

3. Know-how: von allem ein bisschen

Das Hobby wird zum Beruf! Eine Traumvorstellung, die viele bei der Realisierung in den Ruin treibt. Klar, die meisten sind gut in ihrem Hobby – eine gesunde Portion an kaufmännischem Wissen und Unternehmergeist schafft jedoch erst eine solide Basis.

Nach dem Motto „selbst und ständig“ wickeln vor allem Einzelunternehmer die Bereiche wie Marketing, CRM, Vertrieb, Akquise usw. alleine ab. Zusammen mit dem chronischen Mangel an Zeit bleiben die Teilbereiche auf der Strecke und werden unprofessionell ausgeführt.

5 Tipps, die Barrieren vorzeitig aus dem Weg räumen

  1. Akquise, Akquise, Akquise! Erst recht, wenn es Ihnen gut geht, um Engpässe im Vorhinein auszugleichen.
  2. Konzentrieren Sie sich beim Marketing auf Ihre Zielgruppe.
  3. Sorgen Sie für eine ausreichende Finanzierung, nehmen Sie Förderungen für Kleinunternehmer in Anspruch.
  4. Fixieren Sie Ihre Aufträge und Vereinbarungen immer schriftlich.
  5. Sparen Sie nicht beim Personal, lassen Sie nur Profis ans Werk.

Fazit: Die ungünstigen politischen Verhältnisse in Österreich für Kleinunternehmer (aufgrund der Abstinenz einer adäquaten Interessenvertretung) aber auch selbst verschuldete Fehlentscheidungen enden für viele Selbständige in einer Abwärtsspirale. Vorsorge ist besser als Nachsorge – das gilt auch für die Unternehmensgesundheit!

Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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