Wie hoch ist die Pension für Selbständige?

Zwar sieht Vater Staat eine Pension für Angestellte und Selbständige vor, ein Blick auf den demografischen Wandel und die alternde Gesellschaft zeigt aber schnell, dass die (Pensions-)rechnung nicht aufgeht. In der Gegenüberstellung der steigenden Lebenserwartung zur sinkenden Geburtenrate sollten wir unsere Vorstellung einer fixen, großzügigen monatlichen Pension – wie sie jetzt unsere Eltern und Großeltern genießen – überdenken.

Die gesetzliche Pensionsversicherung der SVA

Nachdem Sie die gesetzlichen Voraussetzungen für den Pensionsantritt erfüllen und nach dem 1. Jänner 1955 geboren sind, wird für Sie ein Pensionskonto zur Verfügung gestellt. Dieses zeigt die Versicherungszeiten und den Pensionskontostand auf. Wenn Sie diesen Wert durch 14 teilen, sehen Sie Ihre monatliche Pension – als Bruttowert. Hier können Sie den aktuellen Wert Ihres Pensionskontos online einsehen.

Sind Sie bis zum 31. Dezember 1954 geboren gilt als Pension ein bestimmter Prozentsatz der Gesamtbemessungsgrundlage.

pension selbständige beitragssatz
Quelle: SVA 2016

 

Kleinunternehmer, deren Jahresumsatz unter 30.000 Euro liegt und deren Einkünfte von € 4.988,64 nicht übersteigen, sind von der Pflichtversicherung ausgenommen und können einen Antrag auf diese stellen, inklusive Pensionsversicherungsbeiträge.

Freiwillig: Höherversicherung bei der Sozialversicherung

Sie können Ihrem zukünftigen Ich in der Pension einen Gefallen tun, und freiwillig in Ihr Pensionskonto einzahlen. Diese Zahlungen sind auch bis zu einem Viertel als Sonderausgabe von der Steuer absetzbar!

Private Pensionsversicherung zusätzlich abschließen?

Hier scheiden sich die Geister: Anbieter privater Pensionsversicherungen prognostizieren damit selbstverständlich eine rosige Zukunft. In einem Video eines privaten Anbieters bezweifeln die Experten Ronald Barazon (Wirtschaftsjournalist) und Bernd Marin (Sozialwissenschaftler) den staatlichen Versicherungsschutz, ob dieser mit seinem jährlichen Verlust von 14 Milliarden Euro die Beträge für die zukünftigen Pensionsanwärter stemmen könne.

Konsumentenschützer hingegen warnen, private Lösungen seien weder dem demografischen Wandel noch den instabilen Kapitalmärkte gerüstet. Die Arbeiterkammer meint, dass der Ertrag aus der gesetzlichen Pensionsversicherung höher sei, als jener der privaten Anbieter. Dazu rechnete sie in ihrer Presseaussendung zum Thema „Private Pensionsversicherungen“ folgendes vor:

Ein 35-jähriger Mann zahlt im Jahr 2011 8.400 Euro einmalig als Höherversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung ein. Mit 65 bekommt er eine Zusatzrente von 242,46 Euro. Würde der Mann den gleichen Betrag in eine private Versicherung investieren, bekäme er im besten Fall 55 Euro – also nicht einmal ein Viertel!

Pension Selbständigkeit: Sicher versichert sein

Ob Sie auf Ihre private Vorsorge vertrauen oder in die Höherversicherung investieren – alles, was Ihre Pensionsbeiträge in Zukunft aufwertet, ist Ihnen in Anbetracht der düsteren Prognosen der regulären Pensionsbeiträge ans Herz zu legen. Da der Staat die Zuschüsse mindert und die generationsübergreifende Pensionsschere auseinandergeht, ist jetzt die Politik gefragt, die Verteilungsfrage zu überdenken und am Rädchen des Pensionantrittsalters zu drehen.

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Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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