Die Kleinunternehmerregelung schnell erklärt

Haben Sie Fragen zur Kleinunternehmerregelung? Sind Sie einer, und wenn ja wie viele? Wir wollen philosophisch nicht weiter ausschweifen und bringen die Kleinunternehmerregelung hier auf den Punkt:

Die 6 häufigsten Fragen zur Kleinunternehmerregelung

  • Was ist die Kleinunternehmerregelung?
  • Wann sind Sie als Kleinunternehmer umsatzsteuerbefreit?
  • Was ist, wenn Sie die Kleinunternehmergrenze überschreiten?
  • Wie müssen Sie angeben, dass Sie umsatzsteuerbefreit sind?
  • Wann Profitieren Sie als Unternehmen von der Kleinunternehmerregelung?
  • Können Sie als Kleinunternehmer auf die Steuerbefreiung verzichten?

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

In Österreich gelten Unternehmer, die bestimmte Umsatzgrenzen nicht überschreiten als Kleinunternehmer. Für die Firmenführung ergeben sich daraus verschiedene Vorteile im Rahmen der Umsatzsteuer. Die Maßnahme, die besagte Umsatzgrenze festlegt, nennt sich Kleinunternehmerregelung.

Wer fällt unter die Kleinunternehmerregelung?

Beträgt der Gesamtumsatz Ihres Unternehmens in einem Jahr nicht mehr als 30.000 Euro netto, sind Sie (laut Paragraf § 6 Abs. 1 Z 27 UStG) von der Umsatzsteuer befreit. Eben dies wird durch die Kleinunternehmerregelung festgelegt.

Was ist, wenn Sie die Kleinunternehmergrenze überschreiten?

Ein einmaliges Überschreiten der Grenze fällt nicht weiter ins Gewicht, sofern der Betrag nicht mehr als 15% innerhalb von 5 Kalenderjahren beträgt. In diesem Fall ist es allerdings unmöglich für Sie Vorsteuerbeträge geltend zu machen, da es sich um eine „unechte Umsatzsteuerbefreiung“ handelt.

Wie müssen Sie angeben, dass Sie umsatzsteuerbefreit sind?

Die Rechnungen der Unternehmen, die unter die Kleinunternehmerregelung fallen, sollten auf die Umsatzsteuerbefreiung hinweisen, allerdings muss die gesetzliche Bestimmung nicht angeführt werden.

Achtung: Wenn Sie auf eine Formulierung wie z.B. „Umsatzsteuerfrei aufgrund der Kleinunternehmerregelung“ vergessen, schulden Sie dem Finanzamt den Steuerbetrag, ohne die Vorsteuer abziehen zu dürfen.

Wann profitieren Sie als Unternehmen?

Am meisten profitieren Sie von der Kleinunternehmerregelung, wenn Endverbraucher zu ihren Kunden zählen. Das liegt daran, dass die Leistungen bzw. Produkte billiger sind, da keine Umsatzsteuer anfällt.

Setzt sich Ihr Kundenstamm überwiegend aus Unternehmen zusammen, denen ein Vorsteuerabzug zusteht, können Sie die Umsatzsteuer ruhigen Gewissens in Rechnung stellen, weil sie bei Ihren Kunden kostenneutral ist.

Können Sie auf die Kleinunternehmerbefreiung verzichten?

Ja, das können Sie! Wollen Sie Umsatzsteuer abführen, müssen Sie die Kleinunternehmerbefreiung beim Finanzamt schriftlich melden. Hierfür müssen Sie eine Optionserklärung („Regelbesteuerungsantrag“) ausfüllen. Durch das eingereichte Formular „U 12“ verzichten Sie auf die oben genannten Befreiungen.

Sie sind an diese Erklärung 5 Jahre lang gebunden und mit anderen steuerpflichtigen Unternehmen gleichgestellt. Somit sind Sie umsatzsteuerpflichtig und vorsteuerabzugsberechtigt.

Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Der Salzburger Dominik Stelzig lebt inzwischen in Wien, ist Buchautor sowie Werbetexter und Creative Director. Für das everbill Marketing ist ihm eines klar: Egal ob digital oder handgeschrieben – Worte machen nur Sinn, wenn Taten folgen.

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