Der Kostenvoranschlag: Das gilt es zu beachten.

unverbindlicher Kostenvoranschlag

Was ist ein Kostenvoranschlag? Ist er verbindlich? Und welche rechtlichen Aspekte muss ich beachten? Fragen über Fragen – das everbill Magazin liefert die Antworten.

Lesen Sie hier:

  • Was ein Kostenvoranschlag ist.
  • Welche rechtlichen Aspekte bei einem Kostenvoranschlag gelten.
  • Die häufigsten Fragen zum Thema Kostenvoranschlag.

Was ist ein Kostenvoranschlag?

Ein Kostenvoranschlag beschreibt die Kostenaufstellung eines möglichen Auftrags. Diese mutmaßlichen Kosten dienen dazu, einem Kunden ungefähr kalkulieren zu können, wie viel der Auftrag kosten wird. Im Übrigen dient der Kostenvoranschlag Kunden auch zum Preisvergleich mit Mitbewerbern.

Darin enthalten sind:

  • Arbeitskosten
  • Materialkosten
  • etwaige Spesen
  • sowie Lieferkosten
  • und sonstige Kosten

Achtung: Richtet sich der Kostenvoranschlag an Verbraucher, können sich hinsichtlich Kostenüberschreitungen unterschiedliche Rechtsfolgen im Gegensatz zu einem Unternehmer ergeben.

Welche rechtlichen Aspekte gibt es?

Beim Verfassen eines Kostenvoranschlags sind einige Regeln zu beachten. Je nachdem, an wen sich der Kostenvoranschlag richtet, (ob Unternehmer oder Verbraucher) ergeben sich unterschiedliche Rechtssituationen. Wir haben die häufigsten Fragen für Sie zusammengefasst.

Bin ich verpflichtet, einen Kostenvoranschlag zu verfassen?

Allgemein besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber einem Auftraggeber. Dieser muss ungefähr abschätzen können, wie viel ihn ein Projekt/Auftrag kosten wird. Egal, ob es sich um einen pauschal abgerechneten Auftrag oder einen Auftrag auf Stundenbasis handelt.

Ist ein Kostenvoranschlag verbindlich?

In Österreich unterscheiden wir zwischen einem verbindlichen und einem unverbindlichen Kostenvoranschlag.

Verbindlicher Kostenvoranschlag:

Beim verbindlichen Kostenvoranschlag spricht man von einer „Richtigkeitsgarantie“. Der leistende Unternehmer nennt seinem Kunden in diesem Fall einen Preis. An diese genannte Kostenschätzung ist er gebunden. Das bedeutet, dass dieser Preis auch bei unvorhergesehenem Mehraufwand NICHT überschritten werden darf.

Ein KV gilt immer als verbindlich, es sei denn, der Leistende weist ausdrücklich auf das Gegenteil hin (siehe unten „unverbindlicher Kostenvoranschlag“).

Achtung: Wenn der Auftraggeber hingegen Mehrkosten verursacht und so die Kostenschätzung überschreitet (z. B. bei Änderungswünschen seitens des Kunden), können diese Zusatzkosten auch bei einem verbindlichen Kostenvoranschlag verrechnet werden. Wir empfehlen, die Überschreitung auf der Rechnung zu nennen ggf. mit einer Zusatzposition zu versehen.

Unverbindlicher Kostenvoranschlag:

Mit einem unverbindlichen Kostenvoranschlag überschlägt der Werksleistende den ungefähren Arbeitsaufwand und die damit verbundenen Kosten. Er garantiert jedoch nicht, dass der endgültige Rechnungsbetrag dem Kostenvoranschlag entsprechen wird. Wir empfehlen stets auf das Wording Ihres Kostenvoranschlags zu achten. Ein unverbindlicher Kostenvoranschlag könnte daher wie folgt gekennzeichnet sein:

Vermerk: „Dieser Kostenvoranschlag ist unverbindlich.“
„Die oben genannten Preise sind nicht verbindlich und können ggf. durch etwaigen Mehraufwand über- bzw. unterschritten werden.“

Wenn eine Kostenschätzung an Unternehmer gerichtet ist, gilt dieser im Zweifelsfall als unverbindlich – es sei denn, es wurde im Vorhinein vertraglich anders vereinbart.

Der KV an Endverbraucher ist hingegen verbindlich – außer der Unternehmer vereinbart nicht ausdrücklich das Gegenteil.

Aufwand falsch geschätzt, was nun?

Auch hier ist die Rechtssituation davon anhängig, ob es sich um einen unverbindlichen oder einen verbindlichen Kostenvoranschlag handelt.

Mehr Informationen zum Thema „Kostenvoranschlag Überschreitung“ lesen Sie hier.

Fazit:

Ein Kostenvoranschlag ist ein probates Mittel, um Ihren Kunden einen schnellen Überblick über die mögliche Preisspanne eines Projekts zu liefern. Jedoch sollten Sie in jedem Fall genau prüfen, ob Sie wirklich alle Arbeiten, die Sie durchführen sowie alle Zusatzkosten, wie Druckkosten, Lieferkosten, Spesen etc. enthalten sind. Geben Sie darüber hinaus unbedingt an, ob es sich um einen unverbindlichen oder einen verbindlichen KV handelt. Bleiben Sie über den gesamten Ablauf des Projekts bzw. des Auftrages mit Ihrem Kunden in Kontakt und klären Sie ihn über mögliche Zusatzkosten auf.

Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Dominik ist Creative Director im Bereich Content in der namhaften Agentur Blue Monkeys. Er ist Blogger, Buchautor, Marketer und angehender Psychotherapeut mit Schwerpunkt auf Unternehmensberatung. Seine Fachgebiete sind holistische Konzepte im Digitalbereich. Ob Suchmaschinenoptimierung, Social Media, oder Ads - er will begeistern, nicht bloß verkaufen.

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