3 Schritte, wie kleine Unternehmen Probleme lösen

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Ashley Madison hat ein Problem. Das Seitensprung-Portal erfüllte die hochgepriesene Diskretions-Garantie nicht: Hacker klauten E-Mailadressen von 32 Millionen Kunden, darunter 32 000 österreichischer Herkunft, und stellten diese online. Empörung, Schadensfreude und Dramen (es gab bereits zwei Suizide) sind die Druckwelle des Supergaus. Schadensersatzforderungen hat das Flirt-Netzwerk bereits erreicht: Eine Sammelklage aus Kanada fordert 500 Millionen Euro, und das ist erst der Anfang. Die Unternehmer hinter Ashley Madison wälzen sich zweifellos schlaflos im Bett. Ja, Ashley Madison haben ein riesen Problem. Unsere Probleme scheinen im Vergleich homeopathische Dimensionen zu haben. Doch wie geht man auch professionell mit Problemen in EPU und KMU um? Mit diesen 3 Schritten nach der Kepner-Tregoe Analyse für Problemlösungen sind Sie gewappnet.

Wie kleine Unternehmen Probleme lösen:

  • Probleme identifizieren
  • Optionen abwägen
  • Richtige Lösung wählen

1. Probleme identifizieren

Meist sehen wir die Probleme erst, wenn sie im Wege stehen und im Augenblick unüberwindbar scheinen. Oft spüren wir, dass etwas in schiefe Bahnen gerät, was allerdings die Ursache des Übels ist, erkennen wir nicht. Manche Probleme sind nämlich Symptom und nicht Ursache. Um der Angelegenheit auf den Grund zu gehen, hilft oft ein simples „Warum“.

Problemfall: Der Umsatz ist zurückgegangen. Warum?
Führen Sie interne und externe Gründe auf. Interne könnten sein: Änderungen in den Marketing-, Vertriebs-, Personal-, Administrationsprozessen. Zerlegen Sie Ihr Unternehmen in die Einzelteile und gehen Sie hypothetisch mit der Warum-Frage vor, damit das Problem identifiziert wird.

Externe Faktoren sind zum Beispiel ein neuer Mitbewerber am Markt, Migration, Demographie, eine Hitzewelle, Änderung des Konsumverhalten (Stichwort Shopping 2.0), usw.

Nachdem das Problem durch das „Warum-Verhör“ ans Licht gekommen ist, verschriftlichen Sie es, um die Ursachen auch in Zukunft schnell durchschauen:

  • Wann ist das Problem das erste Mal aufgefallen
  • Welche Faktoren und Gründe haben zu dem Problem geführt
  • Wie und in welchem Ausmaß beeinflusst das Problem das Unternehmen?

Nachdem Eigenschaften und Ausmaß identifiziert worden sind, geht man zur Problemlösung über.

2. Optionen abwägen

Sobald Sie das Problem erkannt haben, sollten Sie vor der Lösungsfindung noch einen objektiven Blick darauf werfen. Nehmen Sie einen Zettel zur Hand und ziehen zwei vertikale Linien. In der linken Spalte werden alle Faktoren, die zum Problem geführt haben, gelistet. Für die rechte Spalte sind die potentiellen Lösungswege vorgesehen.

3. Die richtige Lösung finden

Evaluieren Sie potentiellen Lösungen aus Ihrer Liste anhand diesem Raster:

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Setzen Sie die Maßnahmen der rechten Spalte zwischen „Easy“ und „Difficult“, je nachdem wie schnell und einfach die Umsetzung der Lösung ist. Dazu wählen Sie noch zwischen „High“ und „Low“ Impact, also großen und minderen Auswirkung der potentiellen Lösung auf Ihre Unternehmen. Die Lösungen, die anschließend oben links der y-Achse platziert wurden, sind die besten für Ihr Unternehmen!

Nachdem Sie die besten Lösungen ausgearbeitet haben, schätzen Sie die Risiken ein, um negative Auswirkungen im Vorhinein zu erkennen. Folgende Fragen helfen dabei:

  • Was könnte mit der Lösung schiefgehen?
  • Wie kann man dem Risiko entgegenwirken
  • Wer würde die Verantwortung übernehmen, das Risiko in Schach zu halten?

Nachdem auch diese Fragen geklärt wurden, können Sie jetzt das Problem in Angriff nehmen und aus der Welt schaffen! Ob die Betreiber von Ashley Madison und deren Krisenstab dieselbe Methode anwenden? Zumindest relativiert es unser Problem.

Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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