Was bedeutet Reverse Charge?

Reverse was? Genau – Reverse Charge! Was ist denn der Unterschied zwischen einer Reverse Charge Rechnung und einer normalen Rechnung? Hier erfahren Sie was Reverse Charge bedeutet, und was Sie diesbezüglich bei der Rechnungserstellung beachten sollten.

Hier erfahren Sie

  • was Reverse Charge ist,
  • was Reverse Charge für ihre Rechnungsstellung bedeutet,
  • und was Sie bei der Rechnungserstellung beachten sollten.

Was bedeutet Reverse Charge?

Reverse Charge, auch “Umkehr der Steuerschuld”, ist eine umsatzsteuerliche Regelung, nach der in bestimmten Fällen nicht der leistende Unternehmer, sondern sein Kunde (Leistungsempfänger) die Umsatzsteuer schuldet. Die Steuerschuld geht also vom Leistungserbringer auf den Leistungsempfänger über. Der Kunde muss dann die Umsatzsteuerschuld an das Finanzamt entrichten. Er kann, wenn er vorsteuerabzugsberechtigt ist, diese Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen.

Normalerweise sind alle Ausfuhren ins Drittland und innergemeinschaftliche Lieferungen steuerfrei. Der Abnehmer muss die Umsätze besteuern. Dies betrifft aber nur Unternehmensgegenstände, also Waren, Roh- und Hilfsstoffe, Zwischenprodukte usw.

Die Reverse Charge Regelung kommt dann zum Einsatz, wenn es sich um B2B-Dienstleistungen handelt – also beide Seiten Unternehmer sind, die ein grenzüberschreitendes Dienstleistungsgeschäft abschließen.
Sinn der Sache ist, dass der Verwaltungsaufwand verringert wird und Sie sich nicht mit dem Finanzamt im Ausland auseinandersetzen müssen.

Was bei der Rechnungserstellung zu beachten ist:

Wie Sie eine gültige Rechnung verfassen, lesen Sie hier. Wenn Sie einen Reverse Charge geltend machen können, beachten Sie bitte bei der Rechnungserstellung, dass

  • Ihre UID-Nummer sowie die UID-Nummer des Empfängers angegeben ist,
  • KEIN Steuersatz angegeben ist, sondern nur der Nettobetrag,
  • die Rechnung mit einem Hinweis zum Reverse Charge vermerkt ist, zum Beispiel: “Hinweis: Die Umsatzsteuerschuld geht auf den Leistungsempfänger über (Reverse Charge System)” oder einfach nur “Reverse Charge Leistung”.

Ein Beispiel: Ein österreichischer Freelancer, nehmen wir zur besseren Veranschaulichung an er sei Grafiker, erbringt Dienstleistungen für ein Unternehmen in Deutschland. Besagter Grafiker ist selbständig tätig und hat sein Gewerbe in Österreich gemeldet – somit hat er weder Sitz noch Wohnsitz in Deutschland. In diesem Fall geht die Steuerschuld auf das Unternehmen in Deutschland über.
Das deutsche Unternehmen hat als Leistungsempfänger die deutsche Umsatzsteuer in der Höhe von 19% zu berappen und muss diese in seiner deutschen USt-Voranmeldung ausweisen. Sollte ein Vorsteuerabzug möglich sein, richtet sich dieser nach den deutschen USt-Vorschriften. Der Freelancer aus Österreich muss als Leistungserbringer auf der Reverse Charge-Rechnung die UID-Nummer des Leistungsempfängers sowie einen Hinweis zur Umkehr der Steuerschuld angeben.

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Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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