Bewerbungsgespräch Tipps: 11 Dos and Don’ts für Jobinterviews

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Das Wetteifern um Jobs wird immer härter. Nicht einmal eine fundierte Ausbildung bietet eine Jobgarantie. Vielmehr sind es Kleinigkeiten, die bei vergleichbarer Qualifikation über Jobzusage oder Absage entscheiden. Und oft können eben auch Kleinigkeiten in Bewerbungsgesprächen entscheidend sein.

Wir zeigen Ihnen hier:

  • Wie Sie sich ideal auf ein Jobinterview vorbereiten.
  • Was Sie vor und während jedem Jobinterview tun sollten.
  • Und was Sie unbedingt unterlassen sollten.

Lesen Sie hier unsere Bewerbungsgespräch Tipps und die 6 Dos and Don’ts für Jobinterviews:

Do: Vorbereitung

Das eigentliche Vorstellungsgespräch beginnt nicht beim Firmeneingang. Sobald Sie Ihre Bewerbung losgeschickt haben, sollten Sie so viel über das Unternehmen herausfinden, wie Sie können. Betrachten Sie einige Arbeiten und Projekte des Unternehmens. Welche finden Sie besonders beeindruckend, wo sehen Sie sich am neuen Arbeitsplatz? Je besser Sie sich auf das Gespräch vorbereitet haben und je mehr Information Ihnen zur Verfügung steht, umso leichter wird es Ihnen fallen, einen stabilen Redefluss aufrecht zu halten.

Do: Selbstbewusst sein

Sind Sie eine selbstbewusste und extrovertierte Person, oder doch eher schüchtern und zurückhaltend? Sehen Sie sich eher mit letzteren Adjektiven beschrieben, ist es keinesfalls ein Nachteil. Wichtig ist, dass Sie Ihre persönlichen Eigenschaften, und hierzu zählt Ihr Charakter besonders, zu jeder Zeit bestmöglich einsetzen können. Sagen Sie gerade raus, wie Sie sich sehen und was Sie können, aber vor allem – wie und warum gerade Ihr Charakter ein Team verbessern kann.

Do: Ehrlichkeit

Sehen Sie das Vorstellungsgespräch als eine Art Heads-up im Poker. Sie sehen Ihrem Gegenüber in die Augen und spielen Ihr Blatt. Aber ist ein wenig bluffen erlaubt? Ja und nein! Kleine Lügen sind definitiv vertretbar und werden wohl von jedem Bewerber genutzt, um sich in ein besseres Licht zu rücken sowie einen kleinen Vorteil zu sichern.
Aber: Überspielen Sie Ihre Hand nicht. Fliegt ein Bluff auf, bringt er Sie nicht nur aus dem Konzept, sondern wahrscheinlich auch um den Job. Also keine falschen Angaben, was Auszeichnungen betrifft, oder warum Sie Ihren letzten Job aufgegeben haben.

Do: Interesse zeigen

Dieser Punkt ist sozusagen die Weiterführung zu Punkt 1. Je mehr Sie über das Unternehmen, den Markt, die Stelle bzw. das Tätigkeitsfeld und die Produkte wissen, umso glaubhafter wird Ihren Gesprächspartnern Ihre Begeisterung für den Job vermittelt. Stellen auch Sie Fragen, die Ihr Interesse für die Arbeit bekunden. Bitten Sie um einen Rundgang und stellen Sie Fragen, die das Team betreffen und nicht unmittelbar mit der Stelle zu tun haben.

Do: Ausschlafen

Achten Sie darauf, dass Sie beim Vorstellungsgespräch ausgeschlafen und fit wirken. Wenn Sie am Abend davor nicht schlafen können, könnten Ihnen evtl. homöopathische Beruhigungstropfen helfen. Auf keinen Fall sollten Sie Alkohol oder Beruhigungsmittel zu sich nehmen!

Unser Tipp: Üben, Üben, Üben – Stellen Sie sich vor den Spiegel und gehen Sie die Bewerbungssituation mehrere Male Schritt für Schritt durch. Üben Sie mit Freunden oder der Familie und bereiten Sie sich auch auf unangenehme Fragen optimal vor.

Don’t: Unpünktlichkeit und schlechtes Auftreten.

Kommen Sie weder zu früh noch zu spät zu Ihrem Vorstellungsgespräch. Beides hinterlässt einen biederen Nachgeschmack. Außerdem: Ein schlechtes oder unpassendes Erscheinungsbild mindert definitiv Ihre Jobaussichten. Gehen Sie auf die Website und schauen Sie, wie sich die Firma präsentiert. Welcher Kleidungsstil wird bevorzugt? Anzug und Krawatte oder sportlich leger? Das Motto „Trainingsanzüge sind auch Anzüge“ zählt hier nicht!
Auch in der Anrede Ihrer Gesprächspartner sollten Sie stets auf die Höflichkeitsform zurückgreifen. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie fit und ausgeschlafen wirken (siehe vorigen Punkt).

Don’t: Texte einstudieren

Auch wenn gute Vorbereitung essentiell für ein gelungenes Bewerbungsgespräch ist, versuchen Sie nicht, Ihre Antworten auswendig zu lernen. Ich sehe immer wieder Leute, die sich mit Karteikärtchen auf bestimmte Fragen vorbereiten. Das ist prinzipiell nicht schlecht, jedoch laufen genau diese Personen Gefahr, bei Vorstellungsgesprächen roboterhaft zu wirken. Kommen Ihre Antworten nicht persönlich genug rüber, erweckt es einen unsympathischen Eindruck. Außerdem kann es leicht vorkommen, dass Sie durch Fragen, die nicht auf den Kärtchen standen, aus Ihrem Konzept geworfen werden.

Don’t: Desinteresse

Sollten Sie sich im Vorfeld des Jobinterviews nicht gut genug über die Stelle, die Voraussetzungen sowie über das Unternehmen informiert haben, signalisieren Sie, dass Sie die Firma eigentlich gar nicht interessiert – „sie brauchen also nur einen Job“.
Auch dass Sie evtl. in einem halben Jahr Ihren Traumjob als Korallenfischer auf Aruba wahrnehmen können, sollten Sie an dieser Stelle für sich behalten. Hängen Sie sich voll rein und informieren Sie sich, nur dann suggerieren Sie Ihrem möglichen Arbeitgeber, dass Sie sich auch im Job voll reinhängen werden.

Don’t: Verblüffen nicht verführen.

Legendär ist die Verhörszene in Basic Instinct, in der Sharon Stone im Minirock ohne Unterwäsche ihre Beine überschlägt und so einen der „sexiest Moments“ der Filmgeschichte prägt. Im Vorstellungsgespräch sollten Sie jedoch damit punkten, wie viel Sie am Kasten haben, und nicht damit, wie wenig Sie anhaben. Es muss also nicht der aller kürzeste Minirock sein, die halb aufgeknöpfte Bluse und auch nicht das Hemd, in dem der Bizeps so schön rausquillt. Unterlassen Sie auch zweideutige Meldungen oder sexistische Bemerkungen und Witze – auch das kommt niemals gut an. Beindrucken Sie durch Ihr Know-how, nicht durch Ihr Sex-Appeal.

Don’t: Forderungen stellen

Verhandlungsgeschick will gelernt sein. Ich zum Beispiel tue mir schon am Bazar schwer, wenn ich weniger zahlen will. Dementsprechend vorsichtig bin ich auch mit dem Stellen von Forderungen bei Jobinterviews. Klar, ich kenne die Verdienstmöglichkeiten in meinem Job und weiß auch um das Durchschnittsgehalt. Auf diese Werte kann ich mich verlassen und darunter wird es schwer, sich meine Leistungen zu sichern. Allerdings: Was die Größe des Dienstwagens, die Zahl der Urlaubstage, die Überstundenvergütung etc. betrifft, werde ich mich wohl dem Verlauf des Gesprächs beugen. Denn wer diese heiklen Themen in inadäquater Art und Weise anspricht und unangemessene Forderungen stellt, riskiert oft Kopf und Kragen.

Don’t: Arroganz

Selbstsicherheit: Ja! Arroganz: Nein! Tragen Sie nicht zu dick auf. Wirken Sie authentisch und selbstsicher. Machen Sie Ihren Gesprächspartnern klar, dass Sie um Ihre Qualität wissen, aber um Himmels Willen – bleiben Sie auf dem Boden! Sie sind kein „Segen für jede Firma“ und Ihr Ziel ist es auch nicht „in zwei Monaten die Geschäftsleitung zu übernehmen“. Also: Keine flotten Sprüche klopfen, sondern durch Authentizität und Understatement punkten.

Fazit:

Versuchen Sie durch Ihre Persönlichkeit zu überzeugen und indem Sie stets versuchen, sich und Ihren Werten treu zu bleiben. Das klingt jetzt vielleicht etwas geschwollen, ist aber wahr. Authentizität und Persönlichkeit erwecken immer noch die besten Eindrücke. Und zum Schluss: ein Negativ-Beispiel par excellence!

Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Dominik Stelzig
Der Salzburger Dominik Stelzig lebt inzwischen in Wien, ist Buchautor sowie Werbetexter und Creative Director. Für das everbill Marketing ist ihm eines klar: Egal ob digital oder handgeschrieben – Worte machen nur Sinn, wenn Taten folgen.

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