Steuerreform 2015: Was bringt sie für das kommende Jahr?

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Was bringt die Steuerreform 2015 für das kommende Jahr? Welche Regelungen betreffen speziell Unternehmer? Lesen Sie hier die 11 wichtigsten Änderungen für EPU und KMU:

Die Steuerreform 2015 für EPU und KMU

1. Die neuen Einkommensteuertarife

Anstelle von vier Steuerstufen, sind ab 2016 sieben vorgesehen. Die ersten 11.000 Euro bleiben aber weiterhin steuerfrei.

Sehen Sie hier die Einkommensteuertarife in der Gegenüberstellung 2015 und 2016:

einkommensteuertarif 2016 Kopie

Quelle: www.help.gv.at

Der neue Spitzensteuersatz von 55 % ab 1 Million Euro ist von 2016 bis 2020 befristet.

2. Der Umsatzsteuersatz von 13 % erblickt die Welt

Neben den Umsatzsteuersätzen von 20 %, 16 %, 12 % und 10 % kommt ab 1.1.2016 ein neuer Prozentsatz von 13 % zum Einsatz, bei:

  • Lieferungen und Einfuhr lebendiger Tiere und Pflanzen
  • Futtermittel
  • Beherbergung in eingerichteten Wohl- und Schlafräumen
  • Eintrittskarten im kulturellen Bereich
  • Eintrittskarten für Sportveranstaltungen
  • Ab-Hof-Verkauf von Wein

3. Die Sozialversicherungsbeiträge werden herabgesetzt

Wir haben bereits ausführlich und jubelnd darüber berichtet: Die Sozialversicherungsbeiträge des gewerblichen Sozialversicherungsgesetztes (GSVG) verringern sich auf das Niveau der Geringfügigkeitsgrenze. Im Jahr 2015 betrug die Geringfügigkeitsgrenze nach dem ASVG 405,98 Euro. Für 2016 wird der Betrag noch festgelegt.

4. Der Kinderfreibetrag wird verdoppelt

Anstatt der 220 Euro pro Kind können nun 440 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Wenn beide Elternteile ihr Kind „abschreiben“ möchten, gelten jährlich 300 Euro pro Person (anstatt der bisherigen 132 Euro pro Elternteil).

5. Erhöhung der Kapitalertragssteuer auf bestimmte Einkünfte

Der Steuersatz von 25 % gilt nur mehr für Kapitalerträge aus Geldeinlagen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten. Für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen erhöht sich der Steuersatz ab 2016 auf 27,5 %.

5. Steuerfreie Mitarbeiterkapitalbeteiligung wird erhöht

Anstatt der bisherigen 1.460 können sich Mitarbeiter eines Unternehmens ab 2016 mit 3.000 Euro steuerfrei an einem Unternehmen beteiligen.

7. Lohnsteuerbefreiung für Mitarbeiterrabatte

Ab 2016 gilt ein allgemeiner Freibetrag für Mitarbeiterrabatte. Voraussetzung ist hier, dass der Arbeitgeber allen Mitarbeitern bzw. bestimmten Gruppen Rabatten einräumt. Mitarbeiterrabatte bis 20 % sind steuerfrei. Wenn der Rabatt 20 % übersteigt gilt der jährliche steuerfreie Jahresbetrag von 1.000 Euro.

8. Belegerteilungspflicht und Belegannahmepflicht

Unternehmen, die von der Registrierkassenpflicht betroffen sind, sind ab 1. Jänner 2016 verpflichtet, einen gültigen Beleg auszustellen und dem Kunden auszuhändige. Der Kunde ist wiederum verpflichtet, den Kassabeleg so lange aufzubewahren, bis er die Geschäftsräumlichkeiten verlassen hat.

9. Immobilienertragssteuer wird erhöht

Bei Grundstücksveräußerungen wird der Steuersatz von 25 % auf 30 % erhöht. Für Einnahmen-Ausgaben-Rechner gilt die Regelung ab 1. Jänner 2016. Ausnahme: Für Bilanzierer gilt in einem „abweichenden Wirtschaftsjahr“ noch der Steuersatz von 25 %.

10. Verluste bei Grundstücksveräußerungen

Verluste durch Grundstücksveräußerungen können ab 1. Jänner 2016 mit 60 % ausgeglichen werden.

11. Diese Beihilfen stehen vor dem Aus

Folgende steuerlichen Befreiungen laufen nach der Steuerreform 2015 mit 2016 aus:

  • Die Mietzinsbeihilfe
  • Die Landarbeiterbefreiung
  • Die Topf-Sonderausgaben

Quelle: Bundeskanzleramt

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Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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