Steuererklärung 2015: Was ist zu tun?

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Die eigene Steuererklärung gehört zu den lebenswichtigen Aufgaben für Selbstständige und kleine wie auch mittlere Unternehmen. Dennoch wird diese unternehmerisch essenzielle Pflicht von vielen ähnlich ungern wahrgenommen wie ein Termin beim Zahnarzt. Wie Ihre Steuererklärung 2015 auszusehen hat, welche essenziellen Änderungen es in diesem Jahr gab, und welche Fristen es im kommenden Jahr einzuhalten gilt, beantwortet Ihnen dieser Artikel.

Was müssen Sie bei der Steuererklärung 2015 beachten?

  • Die Einkommensteuererklärung
  • Was hat sich geändert?
  • Welches Formular müssen Sie einreichen?
  • Welche Fristen gilt es einzuhalten?

Die Einkommensteuererklärung

Die Einkommensteuererklärung müssen Sie in jedem Fall einreichen. Daran führt hier kein Weg vorbei, bei Nichteinhaltung blüht Ihnen übrigens ein saftiger Prozess und die volle Aufmerksamkeit des Finanzamts genießen Sie fortan auch.

Die Einkommensteuererklärung ist verpflichtend für:

  • Buchführende Selbständige
  • Steuerpflichtige, deren Einkommen keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte enthält und 11.000 Euro überschreitet.
  • Steuerpflichtige, deren Einkommen lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthält, daneben aber andere Einkünfte von mehr als 730 Euro eingegangen sind und das Einkommen 12.000 Euro überschreitet.
  • Einkünfte, die aus Kapitalvermögen bezogen wurden, die dem besonderen Steuersatz von 25 Prozent, aber nicht der KESt (Kapitalertragsteuer) unterliegen (insbesondere ausländische Kapitaleinkünfte).

Was hat sich geändert?

Zunächst mal: Was bleibt gleich?

Ihr Einkommen wird auch 2015 mittels Formular E1 auf FinanzOnline berechnet. Dabei gibt es 7 unterschiedliche Einkunftsarten. Diese sind:

  1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  2. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  3. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  4. Einkünfte aus Gewerbetrieb
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  7. Sonstige

Vom errechneten Einkommen werden dann abziehbare Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge, usw. subtrahiert.

Aber vieles ändert sich doch:

Die Steuerreform 2015 betrifft EPU und KMU

So gelten z.B. neue Einkommensteuertarife:

Anstelle von vier Steuerstufen, sind ab 2016 sieben vorgesehen. Die ersten 11.000 Euro bleiben aber weiterhin steuerfrei.

Sehen Sie hier die Einkommensteuertarife in der Gegenüberstellung 2015 und 2016:

einkommensteuertarif 2016 Kopie

Quelle: www.help.gv.at

Der neue Spitzensteuersatz von 55 % ab 1 Million Euro ist von 2016 bis 2020 befristet.

Außerdem gilt ab 2016 der neue Umsatzsteuersatz von 13 %

Neben den Umsatzsteuersätzen von 20 %, 16 %, 12 % und 10 % kommt ab 1.1.2016 ein neuer Prozentsatz von 13 % zum Einsatz, bei:

  • Lieferungen und Einfuhr lebendiger Tiere und Pflanzen
  • Futtermittel
  • Beherbergung in eingerichteten Wohl- und Schlafräumen
  • Eintrittskarten im kulturellen Bereich
  • Eintrittskarten für Sportveranstaltungen
  • Ab-Hof-Verkauf von Wein

Welche Formulare müssen Sie ausfüllen?

Sie sind verpflichtet, die Steuererklärung 2015 elektronisch einzureichen. Das Formular ist ab 1.1. 2016 auf FinanzOnline verfügbar.

Bilanzierer werden hier aufgefordert, die Bilanz 2015 und die Gewinn-und-Verlustrechnung einzureichen. Ein-Ausgaben-Rechner finden auf FinanzOnline das Formular E 1a, welches ebenfalls auszufüllen ist. Für Personen, die keinen Zugriff auf das WWW haben, gibt es das gute alte Formular E1 auch in Papierform.

Dazu besteht die Verpflichtung zur Einreichung über FinanzOnline nur für die Steuerpflichtigen, die Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben müssen (Vorjahresumsatz mehr als 30.000 Euro).

(Info: Die Anmeldung zu FinanzOnline erfolgt persönlich bei einem Finanzamt. Die Anmeldung kann auch über eine Wirtschaftstreuhänderin/einen Wirtschaftstreuhänder erfolgen. Für Einzelunternehmerinnen/Einzelunternehmer ist auch die Anmeldung mit der Bürgerkarte möglich.)

Fristen für die Steuererklärung 2015

  • Abgabe der Steuererklärung in Papierform: 30. April 2016.
  • Elektronische Erklärungsabgabe (über FinanzOnline): 30. Juni 2016.

Keine Sorge, wenn Sie unter Zeitstress leiden: Diese Fristen können auf begründeten Antrag verlängert werden. Der Steuerberater bzw. die Wirtschaftstreuhänderin kann die Frist sogar noch weiter aufschieben.

Sonst noch Fragen?

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Dominik Stelzig
Der Salzburger Dominik Stelzig lebt inzwischen in Wien, ist Buchautor sowie Werbetexter und Creative Director. Für das everbill Marketing ist ihm eines klar: Egal ob digital oder handgeschrieben – Worte machen nur Sinn, wenn Taten folgen.

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