Businessplan erstellen: ja oder nein?

Das Planungs- und Strategieinstrument soll Jungunternehmern als Orientierungshilfe dienen. Einen Businessplan zu erstellen erfordert allerdings viel Zeit und Mühe. Während die einen nun monatelang am Businessplan feilen, verzichten die anderen darauf und machen in derselben Zeit bereits Umsatz. Viele Gründer stellen sich deshalb die Frage: Businessplan erstellen – ja oder nein?

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  • Ein Plädoyer für den Businessplan
  • Der Businessplan als verstaubtes Instrument und seine Alternativen
  • Fazit

Ein Plädoyer für den Businessplan

Gründer, die einen Bedarf an Fremdkapital haben, kommen um einen Businessplan nicht herum. Er ist der Entscheidungsfaktor für Banken, Förderstellen oder Risikokapitalgeber, um Geld lockerzumachen.

Der Businessplan verschriftlicht die Geschäftsidee sowie den Kundennutzen, zeigt Chancen und Risiken auf und dient als Fahrplan für das Unternehmen. Die intensive Auseinandersetzung mit seinem Unternehmen ist die Prophylaxe gegen planloses Misswirtschaften und kann Probleme im Vorhinein aus den Weg räumen.

Gewinner haben einen Plan

Nach dem Motto „Gewinner haben einen Plan“ dient der Businessplan als Fundament, auf dem die Realisierung und positive Entwicklung fruchten soll. Vor allem wenn mehrere Gründer im Boot sind, weiß Werner Haring (Mitgründer von 3DPrinting-Files), „ist es hilfreich, wenn Dank des Businessplans alle Beteiligten stets wissen, ob und wann investiert werden muss, damit der Reingewinn analog zu den Kalkulationen erzielt wird.“

Das Senkrecht-Startups TableConnect hat viel Zeit und Energie in den Businessplan investiert. Alleine 8 Monate waren nötig, um ihn zu realisieren. Die Arbeit machte sich bezahlt und wurde mit dem zweiten Platz des Businessplan-Wettbewerbs i2B belohnt. TableConnects Businessplan wird regelmäßig herangezogen, wenn es um Businessplan Wettbewerbe, Fördereinreichungen oder Gründer-Veranstaltungen geht.

Johann Rath, CEO von TableConnect, zu den Vorteilen des Businessplans: „Der Businessplan hilft in einer sehr frühen Phase des Unternehmens sich ganzheitlich mit der Geschäftsidee zu befassen und zeigt Potentiale sowie Risiken auf. Dadurch beugt man frühzeitig groben Fehlern oder aussichtslosen Marktsituationen vor. Bevor man einfach loslegt ein Unternehmen zu gründen, geht man wesentlich strukturierter vor und ist dadurch effektiver.“

Der Businessplan als Zeit- und Energiefresser

Thomas Jackl, Initiator des Idea Camps, erwähnt in einem Interview, dass vor allem Internet-Startups auf den Businessplan verzichten können, weil gerade in der Gründungszeit viel Energie und Zeit verloren gehen und eine Menge der Businesspläne ohnehin ungelesen in der Schublade verschwinden. In der Zeit hätten sie längst den Markt testen können, um zu sehen ob die Idee aufgeht.

Canvas Business Modell, Geschäftsmodell und Lean Startup Framework

Jackl legt Gründern stattdessen das „Business Instrument Canvas“ ans Herz, welches das Planungs- und Strategiepapier auf das Minimum reduziert. Auch das Geschäftsmodell-Framework, welches die Geschäftsidee, Minizyklus sowie Chancen und Risiken kurz und prägnant anführen, wird hier empfohlen.

Der Bestseller Autor Eric Ries meint dazu, dass der formelle Businessplan Dank seiner Methode des Lean Startups ausgedient hat. Nach seinem Motto „Fail early and cheap“ wird der Fokus auf das Testen und Ausprobieren gelegt und nicht auf das Planen. Sein Framework reiche völlig aus, um seine Businessidee zu realisieren. Analog ergab eine Studie von Professor William Bygrave keinen Erfolgsunterschied zwischen Unternehmen, die auf einem Businessplan fußen zu jenen, die keinen aufgesetzt haben.

Fazit: Businessplan erstellen: Ja oder Nein?

Wenn Banken, Förderstellen oder Risikokapitalgeber einen Businessplan verlangen, gilt es diesen auch in ansprechender Form einzureichen. Gründer oder Freelancer, die sich selbstfinanzieren können (im Jargon „bootstrappen“), verzichten oft auf einen regulären Businessplan. Sonst ist zumindest der „Businessplan light“ – also das Geschäftsmodell, das Lean Startup-Framework oder das Canvas Businessmodell – ein profitables Instrument, um sich auch nach der Gründung nach einem Fahrplan zu orientieren.

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Stephanie Fischer
Stephanie betreut als Digital Marketing Expertin die Online Kommunikation von everbill. Die studierte Geisteswissenschaftlerin ist ansonsten Freelancerin und kennt die Höhenflüge - aber auch die Herausforderungen - die die Selbständigkeit mit sich bringt.

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